Freiwilligendienst: "Ein Jahr lang etwas ganz anderes tun"

260 Freiwillige starten beim Internationalen Bund wieder in das Soziale Jahr oder den Dienst beim Bund. Sie testen den Alltag im Seniorenzentrum, in der Verwaltung, im RKU oder im Kindergarten.

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    Handballerin Dominique Dirr interessiert sich für die Sporttherapie. Fotos: Lars Schwerdtfeger
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    Julia Lippert will in den Büroalltag hinein- schnuppern.
  • Manuel Frank möchte später eventuell Physiotherapeut werden. 3/3
    Manuel Frank möchte später eventuell Physiotherapeut werden.
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Benjamin Eckert (18 Jahre) wird fürs Seniorenzentrum Clarissenhof in Söflingen das Essen auf Rädern ausfahren. Er wird in seinem gestern begonnenen Freiwilligen Sozialen Jahr außerdem die älteren Clarissenhofbewohner zum Arzt bringen oder Medikamente bei der Apotheke holen. "Ich will ein Jahr lang mal etwas ganz anderes tun", sagt Eckert. Dann will er Sport und Ethik studieren, fürs Lehramt.

Eckert ist die Ausnahme, denn die meisten Gleichaltrigen nutzen das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD), um sich gleich nach dem Abitur gemäß ihrem jeweiligen Berufswunsch zu orientieren.

"Vor genau 50 Jahren begannen in Stuttgart die ersten FSJler des Internationalen Bundes, Ulm folgte 1985 mit 23 Freiwilligen", sagte Inge Nestele gestern bei der Begrüßung von 150 Freiwilligen des aktuellen Jahrgangs im Bürgerhaus Mitte. Die Ulmer Bereichsleiterin der Freiwilligen Dienste des Internationalen Bundes - es gibt auch andere Träger wie das Deutsche Rote Kreuz und die Arbeiterwohlfahrt - beglückwünschte die jungen Frauen und Männer zu ihrer Entscheidung. Weitere 110 starten in den nächsten 14 Tagen in Ulm und erstmals auch in Ehingen und Ravensburg.

Julia Lippert (20) aus Senden hat sich für ein FSJ im Büro des Internationalen Bundes in der Olgastraße entschieden. "Ich will mal schauen, wie es ist, acht Stunden am Tag in der Verwaltung zu arbeiten", sagt sie. Später könnte sie sich das duale Studium Public Management vorstellen, wobei sie nebenher im Rathaus oder Landratsamt lernt.

Manuel Frank (18) hat gerade Abitur im Wiblinger Einstein-Gymnasium gemacht und absolviert sein FSJ im Bereich Physiotherapie an den Rehabilitationskliniken in Ulm (RKU). "Ich will ausprobieren, ob der Beruf Physiotherapeut zu mir passt", sagt er. Wenn ja, will er studieren. Wenn nicht, "mache ich später doch was ganz anderes".

Dominique Dirr (20) aus Nersingen wollte unbedingt ein freiwilliges Jahr in der Sporttherapie verbringen, weil sie selbst beim SC Lehr Handball spielt und später eventuell Sport studieren möchte. Weil die FSJ-Stellen auf dem Gebiet Sporttherapie aber schon alle vergeben waren, rückte sie beim BFD nach, als dort jemand absprang.

Was ist beim BFD anders als beim FSJ? "Dominique wird beim Bund angestellt sein und ein extra Seminar in Karlsruhe besuchen", erklärt Inge Nestele. Ansonsten würden die "Bufdis" genauso von Teamleitern betreut wie die FSJler.

Kristina Eisler (18) aus Vöhringen will in einem Kindergarten in Dietenheim gemeinsam mit Erzieherinnen die Kinder betreuen. Nach zwölf Jahren Schule am Ulmer Friedrich-List-Wirtschaftsgymnasium wollte sie eigentlich Industriekauffrau werden. Oder doch lieber Erzieherin? Bald weiß sie mehr. Wichtig am FSJ sei ihr, dass das Jahr als beruflicher Teil fürs Fachabitur angerechnet wird.

Freiwilligendienste in Ulm
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