Fischerstechen 2013: Alles zu Kulisse, Figuren und Ablauf

Am 14. Juli ist es soweit: Das Ulmer Fischerstechen 2013 beginnt mit Tag eins. Diesmal muss der Festumzug mit vielen Baustellen in der Stadt fertig werden.

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Brachiale Brusttreffer, spektakuläre Stürze: Das Turnier auf der Donau, hier eine aktuelle Trainingsaufnahme, ist Höhepunkt des Fischerstechens. Foto: Volkmar Könneke

Es gibt in Ulm eine heilige Allianz mit langer Geschichte und formalem Ablauf. Es ist die der Stadt mit dem Schifferverein. Zusammen veranstalten sie alle vier Jahre das Fischerstechen, die traditionsreichste Festveranstaltung in Ulm neben dem Schwörmontag. 300 Teilnehmer bringt der Verein als Organisator dafür auf die Beine, 200 Helfer die Stadt als Veranstalter. Am 14. und 21. Juli ist es wieder soweit. Fritz Eckhardt, Zunftmeister der Schiffer, und Sabine Gauss, Leiterin der Zentralen Dienste der Stadt, erläutern den Ablauf.

Donau: Sabine Gauss hat zunächst einmal "einen kleinen wachsamen Blick auf die Donau", auf die sich alle Augen richten werden, wenn das eigentliche Stechen über das Wasser geht. Geprüft wird, wie viel Kies das Hochwasser mitgebracht hat, nachdem die Donau soeben erst für einen reibungslosen Verlauf des Turniers ausgebaggert worden ist. Außerdem hofft sie, dass keine zweite Hochwasserwelle anrollt.

Festumzug: Neu ist, dass der Festumzug am ersten Tag verkürzt wird. Er startet erst um 12 Uhr. Hintergrund: Die Begeisterung der Ulmer für den Umzug hat auch schon bessere Tage gesehen, sagt Eckhardt aus Sicht der Festzugsteilnehmer: "Nur noch leeren Fenstern und Häusern zuwinken - das ist frustrierend." Da kann man sich auch mal den Stress sparen, schon morgens um fünfe für die Einkleidung in die Kostüme aus den Federn zu kommen. Tag zwei, am Schwörwochenende, lockt erfahrungsgemäß mehr Besucher von außerhalb an, dann gibt es den Zug in langer Version.

Kulisse: Ein bisschen Verdruss herrscht bei Eckhardt über die vielen Baustellen in der Stadt. Sie werden das Bild am Umzugsweg vielerorts beherrschen, wie in der Hirschstraße und in der Neuen Mitte. Allerdings hat er sich ausbedungen, dass die Gasse zwischen Fischerplätzle und Saumarkt freigeräumt ist. "Die anderen Baustellen werden wir umschiffen." Das Opfer einer Baustelle ist der Kornhausplatz, dort kann in diesem Jahr nicht getanzt werden. Ausweichplatz: Judenhof.

Hindernisse: Probleme haben die Veranstalter auch mit der enorm gewachsenen Außenbestuhlung der Ulmer Gastronomie. Sie kann den Zuschauern wie dem Umzug selbst im Weg sein. Eckhardt. "Wir wollen nicht zwischen Stühlen durchlaufen." Um dem vorzubeugen, gibt es vorab eine Ortsbegehung, berichtet Sabine Gauss. Für den Ablauf ist ein wenig Auslauf auch deswegen nötig, weil sich der Umzug an den Tanzplätzen immer wieder auflöst, um sich dann neu zu formieren.

Kapellen: Neue Formationen gibt es bei der Musik. Das Heeresmusikkorps 10 ist erstmals nicht mehr dabei, weil aktive Soldaten nicht mehr in historischen Uniformen auftreten dürfen. Das hat das Bundesverteidigungsministerium nach Beschwerden befohlen. Jetzt spielt der Musikverein Wiblingen. Das Fanfarenkorps der Stadtgarde Tübingen, das den Umzug samt Kesselpauker bisher hoch zu Roß angeführt hat, hat abgesagt. Jetzt bläst das Fanfarenkorps Ulm - allerdings zu Fuß.

Ehrengäste: Als Ehrengast Numero eins wird Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum zweiten Stechen erwartet. Er darf auf dem so genannten Kirchweihschiff für die Schifferfamilien und das Schiedsgericht Platz nehmen. Das darf sonst nur der Oberbürgermeister. Dieses Schiff wird neu gedreht, es ragt jetzt 14 Meter in die Donau hinein, so dass die Tribünengäste direkte Sicht auf den Wettkampf haben. Zum letzten Fischerstechen 2009 übrigens hieß der Ministerpräsident Günther Oettinger. Er wollte kommen, musste aber kurzfristig absagen. Eckhardt: "Dafür gewann die Figur des Königs von Württemberg das Stechen."

Figuren: Das Feld der Stecherfiguren verändert sich nicht, seit es 2004 auf Personen der Stadthistorie umgestellt worden ist. Titelverteidiger ist der König von Württemberg, verkörpert wieder von Holger Beranek. Und die beiden Überraschungspaare 2013? Eckhardt: "Die stehen schon fest." Ende der Durchsage.

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