Fiilz für modebewusste Hunde-Frauchen

Pompös, luxuriös und alles Einzelstücke: "Unikatös" hat die Ulmerin Uschi Gumnitz ihr Label genannt. Aus Filz entwirft und fertigt die 70-Jährige schmucke Stücke für Hunde - und auch fürs Frauchen.

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Cheyenne, sagt Uschi Gumnitz, ist ihr Muse, Testerin und Model in einem. Ein stilisiertes Bild ihrer Silhouette ziert sogar die Visitenkarten von "Unikatös". Cheyenne ist ein spanischer Windhund, ein Galgo-Podenco-Mix, und "Unikatös" das Label von Uschi Gumnitz, unter dem die 70-jährige Wiblingerin Schönes aus Filz für Mensch und Hund entwirft und fertigt. Alles Unikate, manches pompös.

Angefangen hat Uschi Gumnitz Werken aber keineswegs mit Cheyenne, die eigentlich ihrer Tochter Sandra Jurtzig-Gumnitz (42) gehört. Angefangen hat alles mit einem kleinen lila Filz-Teddybären. 2003 war das, und Uschi Gumnitz zu Besuch bei ihrer Schwester in der Schweiz. Zum Geburtstag haben die Kinder ihrer begeisterten Mutter dann einen Filzkurs geschenkt. Uschi Gumnitz kam mit einem halbfertigen Schuh nach Hause - und war fortan nicht mehr zu bremsen.

Noch heute setzt sie sich manchmal schon im Schlafanzug ins Arbeitszimmer, filzt Stulpen und Schuhe, Hüte und Hundehalsbänder. Die 70-Jährige arbeitet nach traditioneller Technik, mit Filz-Wolle, Schablone, Luftpolsterfolie, Wasser, Olivenseife und Händen. Die sind vom vielen Walken und Rollen oft ganz rot, die Adern treten hervor. Knochenarbeit, über die Uschi Gumnitz schon mal das Frühstück vergisst.

"Mutter, verkauf die Sachen doch", hat Sohn André gesagt, als Familie Gumnitz und der komplette Freundeskreis eingedeckt waren mit allem, was sich aus Filz produzieren lässt. Als sich immer mehr Kunsthandwerke in der Wiblinger Wohnung ansammelten, willigte Uschi Gumnitz schließlich ein. Ihr Mann half ihr, ein Kleingewerbe anzumelden, ruckzuck hatte sie einen Gewerbeschein und nannte sich zunächst "der Eisenengel". Bis eine erfreute Kundin eines Tages schrieb, das neue Filz-Halsband für ihren Hund sei einfach "unikatös" - da war der endgültige Namen für Uschi Gumnitz Marke gefunden.

Besonders beliebt sind ihre Hundehalsbänder. Die müssen sehr, sehr fest gefilzt sein, damit sie nicht aus der Form gehen. Auch einen Sprung ins Wasser überstehen nicht allzu filigran verzierte Bänder unbeschadet. Die Verschlüsse arbeitet die 70-Jährige beim Filzen nach einer eigens entwickelten Technik ein. Viel Spaß macht ihr die Veredelung der Halsbänder. Perlen, Schmucksteine, Broschen, Nieten, Stoff-Frösche, Quasten, indianische Schmuckelemente - sie ist eigentlich immer auf der Suche nach Material. Wie wärs mit dem Modell "Fleur de Lys Luxor"? Filziges Merino in Curry und dunklem Beige, die Mitte ziert eine altgoldene Lilie, an der eine abnehmbare Schmuckquaste baumelt. Oder das Modell "Royal"? Das schwarze Unikatös-Festtagsband mit exclusiver gold-schwarzer Borte kann mit Schmuckstücken nach Wahl bestellt werden. Oder doch das Wohlfühlband "Star" - aus Alpaka in den Farben Bordeaux auf Schlamm mit Stern-Applikationen?

Wohlfühlen muss sich der Hund mit dem Band, darauf legen Uschi Gumnitz und Tochter Sandra, die Halsbänder für kleinere Hunde näht, Wert. "Das Material ist angenehm zu tragen, die Bänder sind breit, ziehen den Hundehals nicht zu", sagt die 41-Jährige, die Hündin Cheyenne aus einer spanischen Tötungsstation gerettet hat und sich für den Verein Galgo Hilfe Neu-Ulm engagiert.

Tiere liegen den Gumnitz am Herzen, deshalb gibt es bei Unikatös auch Gefilztes aus dem Haar geliebter Vierbeiner: Aus dem ausgekämmten Unterfell fertigt Uschi Gumnitz etwa kleine Schutzengel, Schlüsselanhänger oder Schalen.

Auch für sich selbst findet Frauchen bei Unikatös Schönes, auf Wunsch auch schon mal passend zum Hundehalsband: Taschen, Filzringe, Armbänder, Handy- und IPod-Etuis, Hüte, Handstulpen oder ganz neu das Wickelstirnband Goya aus warmem Wollwalk und mit unikatöser Blütenverzierung aus Filz und Textil. Die Stirnbänder können ab 29 Euro übers Internet bestellt oder auf einem der vielen Handwerkermärkte ausgesucht werden, auf denen Uschi Gumnitz einen Stand aufbaut. Schutzengel aus Tierhaar sind für 15 Euro zu haben, Halsbänder aus Industriefilz verkauft sie ab 25 Euro, handgefilzte Unikate ab etwa 40 Euro.

Rechnet sich das? Uschi Gumnitz, früher Verkäuferin im Textil-Bereich, winkt ab. "Nicht, wenn man die vielen, vielen Arbeitsstunden veranschlagen würde", sagt die 70-Jährige. "Aber ich muss ja nicht davon leben, es macht mir einfach Freude." Deshalb fällt auch immer mal wieder ein neues Halsband für die Unikatös-Muse Cheyenne ab. Indes, die Hündin mit der traurigen Vergangenheit hat nur sieben, acht Modelle zur Auswahl. Frauchen Sandra rangiert für jedes neue Halsband eines aus und spendet es für gerettete Hunde in Spanien.

Info Bestellungen und Kontakt sind übers Internet - www.unikatoes.de/ - möglich. Dort findet sich auch eine Liste der Märkte, auf denen Uschi Gumnitz einen Unikatös-Stand hat. Nächster Termin ist bereits morgen am verkaufsoffenen Sonntag, wo sie von 13 bis 18 Uhr am Museumsplätzle zu finden ist.

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