Festival "40-30-20-10" - Wiederhören mit Exodus

Die Premiere lockte im vergangenen Jahr 700 Fans an. Am Samstagvgibt es im Roxy-Biergarten die zweite Auflage des Festivals "40-30-20-10" mit sechs Ulmer Bands aus den vergangenen 40 Jahren und heute.

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Man kennt die Größen: Hellmut Hattler, Kraan, Die Happy, Tab Two, Joo Kraus. Aber das ist beileibe nicht alles, was Ulm in den vergangenen vier Jahrzehnten an Bands hervorgebracht hat. Mitte der 80er Jahre war Ulm beispielsweise ein Zentrum recht erfolgreicher Heavy-Metal-Bands wie Tyrant, Gravestone, Stranger oder Vampyr. Und als die Ulmer Musiker 1985 beschlossen, ein Benefizkonzert zugunsten von Karlheinz Böhms Stiftung "Menschen für Menschen" zu geben, machten knapp 30 Bands mit und erspielten für die Hungernden in Äthiopien in einem Band-Marathon mehr als 20.000 Mark.

Die Ulmer Szene war also einst recht üppig besetzt. Und aus diesem Fundus schöpft Thomas Krippgans (59), der selbst seit mehr als 30 Jahren in diversen Ulmer Bands aktiv ist, mit seinem Festival "40-30-20-10". Die Idee dazu hatte Krippgans, der in Musikerkreisen nur Skippy gerufen wird, als Mick Jaggers 70. Geburtstag ausgiebig gefeiert wurde. "Das fand ich toll. Auf der anderen Seite habe ich mich aber gefragt: Warum feiert eigentlich niemand die Musiker aus unserer Region? Da gab es in den vergangenen Jahrzehnten auch jede Menge interessanter Leute."

Krippgans fackelte nicht lange, fragte bei ein paar befreundeten Musikern an und stellte im vergangenen Jahr sein erstes Festival auf die Beine. Exakt vor einem Jahr war die Premiere im Biergarten Liederkranz, zu der rund 700 Besucher kamen. Am Samstag gibt es die Fortsetzung im Biergarten beim Roxy. Auch deshalb, weil die Resonanz auf das erste Festival rundum positiv war. "Die Musiker fanden es toll, mal wieder zusammen zu spielen, aber auch das Publikum genoss die familiäre Atmosphäre an diesem Nachmittag, freute sich, mal Leute wiederzusehen, die man schon jahrelang aus den Augen verloren hatte." Und das soll auch diesmal so werden. "In den Umbaupausen läuft bei uns keine Musik, damit sich die Leute in aller Ruhe unterhalten können", sagt der Initiator. Umbaupausen wird es einige geben, denn jede der sechs Bands spielt nur 45 Minuten.

Überhaupt das Line-Up: Drei der Bands waren schon im vergangenen Jahr mit von der Partie, Togs 'n' Toys, die Gitarristin Yasi Hofer und Rock-Urgestein Sammy Sommermeyer, der schon in den 70er Jahren bei Bands wie Brandenburg aktiv war und dessen Songs von den Profis der Cover-Band Rock Unlimited begleitet werden.

Neu dabei sind die Elektroblues-Haudegen der Blues Breakers, die auch schon 30 Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel haben, die aktuelle Band Banana Republic und aus den späten 70er Jahren die Vorreiter des Ulmer Hardrocks: Exodus. Die Musiker um Frontmann Uli Günther kommen nahezu in der Originalbesetzung, in der sie 1977 ihr erstes Ulmer Konzert gegeben haben und damals nicht gerade bescheiden als "die härteste Rock-Band Deutschlands" angekündigt wurden. "Die wollte ich unbedingt dabei haben", sagt Krippgans. "Ich habe einfach Gitarrist Ralf Holmer angerufen und gefragt, ob er eine Besetzung zusammenbekommt. Holmer (54), der später mit Bands wie Vampyr und Tyrant Heavy-Metal-Geschichte geschrieben hat, bekam fast alle Gründungsmitglieder zusammen. Nur am Schlagzeug sitzt einer, der nie bei Exodus spielte, aber als Tyrant-Drummer im Deutschen Rocklexikon geführt wird: Micky Budde.

Dass die zweite Auflage des Festivals im Biergarten des Roxy stattfinden wird, hat einen einfachen Grund: "Beim Roxy sind wir nicht vom Wetter abhängig, sollte es regnen, dann wird das Festival ganz einfach in die Halle verlegt", sagt Krippgans. Und in deren Foyer wird es auch eine Ausstellung geben, die inhaltlich mit dem Thema Heavy-Metal spielt: Metallskulpturen der Künstlerin Gaby Mühleisen.

Wer wann spielt

Bands Das Festival 40-30-20-10 startet am Samstag, 17 Uhr, mit den Blues Breakers. Danach folgen die Bands im Stundentakt: Banana Republic (18 Uhr), Exodus (19 Uhr), Yasi Hofer (20 Uhr), Togs 'n' Toys (21 Uhr), Sammy Sommermeyer und Rock Unlimited (22 Uhr). Die Tickets kosten 20 Euro.

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