Fesselnder Totentanz: Szenisches Chorkonzert in St. Johann Baptist

Dem Tabu-Thema Tod widmete das Junge Vokalensemble Ulm im Vorgriff auf Aschermittwoch ein szenisches Konzert in der Neu-Ulmer Johann-Baptist-Kirche.

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Dem Tabu-Thema Tod widmete das Junge Vokalensemble Ulm im Vorgriff auf Aschermittwoch ein szenisches Konzert in der Neu-Ulmer Johann-Baptist-Kirche.

Atmosphärisch dicht eröffnete das 13-köpfige Ensemble unter der Leitung Stefan Glasbrenners den inspirierenden Reigen mit der Brahms-Motette "Schnitter Tod" im akustisch idealen Altarraum. Polyphone Chorwerke der Renaissancemeister Johann Hermann Schein, Hans Leo Hassler und Heinrich Schütz schlugen den Bogen bis zur klassischen Moderne. In perfekt ausgefeilter A-cappella-Kultur lotete Glasbrenner den makellosen Klang der textklaren, gradlinig geführten Stimmen aus.

Das Hauptwerk war Hugo Distlers "Totentanz" für vierstimmigen Chor, Sprecher und Flöte. Glasbrenner konnte für seine kluge Dramaturgie Klaus Reibisch als wortmächtigen Tod auf der Kanzel, Verena Schwarz für die meditativen Flöten-Variationen gewinnen und für die szenische Darstellung (Einstudierung: Ulrike Becker) den Literatur- und Theaterkurs des Wiblinger Einstein-Gymnasiums.

Talentiert verkörperten die Schülerinnen in Pappkostümen und Masken angesichts des Knochenmanns Kaiser, Bischof, Bauer, Schuldige und Gerechte, Ängste und Zuversicht. Ihre ausdrucksstarken Rezitationen gingen auf der Schwelle zum Jenseits mit den 14 gesungenen Versen, deren gewagte Harmonien und Rhythmen dramatisch noch zu steigern wären, unter die Haut. Nach Brahms "Geistlichem Lied" mit Matthias Kamp an der Orgel dankte die Zugabe "Der Mond ist aufgegangen" dem langem Applaus.

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