Fast-Casual-Restaurant verarbeitet regionale Produkte

Fast Food ist weiterhin gefragt, weil es Zeit spart. Werden bei den Schnell-Gerichten frische regionale Produkte zubereitet, spricht man vom Fast-Casual-Restaurant. In Ulm ist es Dean & David in der Hafengasse 3.

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Dieser Buzzer meldet: Das Essen ist fertig!

"Salat ist immer gut für Frauen, sonntags aber nehme ich mir ein warmes Gericht mit nach Hause, dann brauche ich nicht kochen." Jasmin Springer, 32 Jahre alt und Lehrerin in Ulm, ist regelmäßig Gast bei Dean & David in der Hafengasse 3. In den 70er Jahren bewirtete dort der "Münster-Grill" Gäste, "danach war zweimal jeweils ein Italiener drin", sagt Franchisenehmer Tobias Liekefett. Der 38-Jährige betreibt seit Juli 2012 für die Restaurant-Kette Dean & David ein so genanntes Fast-Casual-Restaurant.

Der englische Begriff "casual" bedeutet so viel wie "locker und zwanglos". Casual ist ein typisches Modewort, etwa bei elektronischen leicht zu bedienenden Spielen oder beim weniger strengen Dresscode für Männer. Bei einem Fast-Casual-Restaurant gibt es keinen klassischen Tischservice, sondern der Gast bestellt und holt sich die Speisen und Getränke an der Theke. Warme Gerichte werden von den Mitarbeitern vor den Augen der Kunden geschöpft, Salatteller schnell und frisch zubereitet.

Beim Gericht "Big Easy" beispielsweise gehören neben bunten Paprikastücken, Karotten, Frühlingszwiebeln und Erdnüssen noch Rindfleischstreifen dazu. Diese werden gleich nach der Bestellung frisch gegrillt. Bis solch ein Gericht fertig ist, nimmt der Gast einen giftgrünen Buzzer mit an den Tisch, der dann vibrierend zum Essenholen ruft. Es gibt aber auch Frühstück ab 9.30 Uhr - samstags ab 10 Uhr - bei Dean & David.

"Lebensmittel sind wertvoll, koche einfach und frisch", steht an einer wandhohen Schiefertafel im Gastraum. "Unsere Philosophie ist, dass wir auf lokalen Märkten möglichst saisonale Produkte einkaufen und vor Ort zubereiten", sagt Liekefett. Nur die Curry- und Erdnusssoßen für die Reisgerichte werden in der Zentrale in Düsseldorf gekocht und zweimal die Woche an die mehr als 30 Filialen in Deutschland geliefert.

Klar, die Erdnüsse, der Reis und die Weintrauben sind nicht aus Ulm. Aber: Das Franchiseunternehmen gehört mit zu den Gastronomiebetrieben, die die Stadt Ulm vor kurzem zur Fairtrade-Stadt werden ließen (wir berichteten).

Ein Fast-Casual-Restaurant verspricht darüber hinaus ein gehobeneres Interieur als eine Fast-Food-Kette. Die Erkennungszeichen für Dean & David sind die hellgrünen Markisen und Sonnenschirme über der Außenbestuhlung (50 bis 60 Sitzplätze) sowie die weißen Deko-Bäume an der Wand im Innenraum (45 Sitzplätze). "Wir haben das alte Fachwerkhaus aus dem 15. Jahrhundert gemeinsam mit dem Vermieter rundum sanieren lassen", sagt Liekefett, der Chemie studiert hat und sich dann zum Systemgastronomen ausbilden ließ.

Das alte große Vordach kam weg, und in die Fassade darunter wurden große Terrassenfenster eingebaut, so dass der Gastraum nun viel heller ist als früher. Was Liekefett bisher noch nicht verschönern konnte, sei der Eingang der Hafengasse vom Münster her. "Wir sind uns bereits mit der Interessengemeinschaft Hafengasse einig, dass sich hier etwas ändern muss."

Lehrerin Jasmin Springer kommt dennoch gerne ins Fast-Casual-Restaurant. Es sei edel und elegant, und der Empfang an der Selbstbedienungs-Theke "ist so nett", schwärmt sie. Zum Ulmer Franchiseunternehmen gehören derzeit acht Mitarbeiter, pro Schicht zwei, mittags und abends zu Stoßzeiten drei. Angestellt sind angelernte Schüler und Studenten, und auch mal ein Koch. Junge Leute eben, die nett und flink sein müssen.

"Unsere Gäste sind Frauen zwischen 30 und 40, Männer in Anzug und Krawatte und viele Schüler", sagt Liekefett. Mütter hätten ihn schon angesprochen, dass sie ihre Kinder vorbeischicken wollen, damit diese sich gesund ernähren. Dafür würden sie gern etwas mehr Geld mitgeben. Etwa für einen Salat (5,75 Euro), ein Currygericht (6,50 Euro), gegrillte Riesengarnelen (6,75) oder einen gerollten Wrap (3,50). Denn Casual bedeutet auch, dass der Preis für ein Essen zwischen 5 und 10 Euro liegen sollte.

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