Farb- und Stilberaterin Nina Pelkonen über Alter, Problemzonen und stilvolle Ulmer

Sie kann etliche Pfunde wegschummeln, Botox und Leggings nicht leiden und findet, in Sachen Kleidung ist Gunter Czisch ein vorbildlicher Ulmer. Ein Gespräch mit der Farb- und Stilberaterin Nina Pelkonen.

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Bringt die richtige Farbe in das Leben ihrer Kunden: Nina Pelkonen. Foto: Matthias Kessler

Frau Pelkonen, können Sie aus jedem hässlichen Entlein einen schönen Schwan machen?

NINA PELKONEN: Hoffnungslose Fälle gibt es nicht. Durch den richtigen Schnitt etwa kann man zu kurze Beine optisch verlängern oder bis zu fünf Kilo wegschummeln, immerhin eine Konfektionsgröße . . .

Welcher Ulmer Promi hat Stil?

PELKONEN: Keine leichte Frage. Gunter Czisch vielleicht. Und Iris Mann ist mir auch schon positiv aufgefallen.

Weshalb?

PELKONEN: Er, weil er gute Passformen trägt und sich kontrastreich kleidet. Das passt zu seinem Typ. Bei ihr habe ich einen guten Gesamteindruck, auch was die Proportionen betrifft.

Wo Licht ist, ist auch Schatten . . .

PELKONEN: Sagen wir es so: Wenn ich durch die Stadt laufe, dann wundere ich mich manchmal, dass ich überhaupt noch einen freien Termin habe.

Was bedeutet Stil für Sie?

PELKONEN: Stil sollte man keineswegs mit Mode verwechseln. Mode kommt und geht. Stil aber setzt sich aus allen Merkmalen eines Menschen zusammen. Er ist vorgegeben durch das So-Sein.

Das So-Sein?

PELKONEN: Zunächst einmal durch die Hardware, also Gesichtszüge, Figur und so weiter. Und dann eben durch das Wesen. Ist der Mensch eher zurückhaltend? Hat er viel Energie? Das alles sollte sich im Stil wiederfinden.

Tut es aber häufig nicht?

PELKONEN: Tatsächlich hat jeder Mensch einen Sensor, ob das Gegenüber alles richtig gemacht hat. Ich aber habe in meiner Ausbildung zudem gelernt zu erkennen, was genau nicht stimmig ist, wo nachgebessert werden sollte, damit das Individuelle voll zur Geltung kommt. Und ich kann es auch begründen.

Wie lange brauchen Sie, um das herauszufinden?

PELKONEN: Oh, das geht ganz schnell. Ein Blick auf die Erscheinung, dann höre ich die Schritte, die Stimme und spüre den Händedruck . . .

Was passiert bei der Stilberatung? PELKONEN: Die Kunden bringen immer einen Querschnitt aus ihrem Kleiderschrank mit. In den zweieinhalbstündigen Sitzungen lernen sie dann viel über Proportionen, über Schmuck und Muster, Stoffe, über Silhouette, Passform und so weiter. Das Ganze fußt auf klassischen Harmoniegesetzen aus Kunst und Architektur.

Klingt nach reichlich Theorie . . .

PELKONEN: Ist es nicht. Die Kunden lernen, sich im Spiegel anders zu sehen. Wir üben viel. Wie etwa wirkt ein runder Ausschnitt, was verändert sich mit Schulterpolstern?

Und die Farbberatung?

PELKONEN: Bei der Suzanne-Caygill-Methode werden Menschen nicht einfach Jahreszeitentypen zugeschlagen. Für jeden Kunden stelle ich aus insgesamt 2500 Farbnuancen ein individuelles Album mit bis zu 100 Stoffproben zusammen, die sich an dessen Hautton, Lippen- und Augenfarbe orientieren. Damit kann er dann Einkaufen gehen.

Farbtyp und Stil, zwei unveränderliche Größen?

PELKONEN: Innerhalb der Farbpalette kann es schon Schwankungen geben. Wer etwa gerade eine schwere Zeit durchmacht, erträgt keine starken Farben oder frische Blumenfarben. Und wenn sich meine Figur verändert, muss ich mich natürlich etwas anders kleiden. Der Grundtyp aber - also knochig, muskulös, rundweich - ist uns in die Wiege gelegt und bleibt.

Altern ist in Ihrem Job sicher auch oft Thema . . .

PELKONEN: Ich bin ganz klar Pro-Aging.

Pro-Aging?

PELKONEN: Ja. Jedes Alter hat seine Schönheit. Und dieser ganze Botox-Einheitsbrei ist doch fürchterlich. Simone Thomallas Tatort-Gesicht ohne jede Mimik kann ich gar nicht mehr anschauen.

Noch mehr Dinge, die nicht gehen?

PELKONEN: Leggings. Oder diese viel zu enge Kleidung, über die der Speck hinausquillt. Das ist mir zu fleischig. Bei Männern würde ich mir mehr Mut zur Farbe wünschen.

In Jogginghose zum Einkaufen . . .?

PELKONEN: Eine Unsitte. Jeans und T-Shirt müssen es schon sein.

Diäten?

PELKONEN: Ich berate den Ist-Zustand und rate hier niemandem abzunehmen. Man muss nicht dünn sein, um gut auszusehen.

Und wie lange braucht eine Frau Pelokonen, ehe sie am Morgen das Haus verlässt?

PELKONEN: Nicht lange. Nach dem Duschen höchstens noch 15 Minuten.

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