Leitartikel zur Debatte um den Orange Campus: Fakten bei die Fische

Der Rüffel der Stadtpolitik für Ulms Basketballer zeigt: Aufregung ist in der Debatte fehl am Platz, der Verein muss jetzt Fakten schaffen, meint Harald John

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Wer austeilt, muss auch einstecken können. Diese zeitlose Weisheit spüren Ulms Basketballer abseits des Spielfeldes. Erneut haben sie den Hinweis erhalten, seriös zu liefern. Die Verantwortlichen, die nach der Forderung des OB, für Fakten zu sorgen, die fröhliche „Butter-bei-die-Fische“-Kampagne gestartet hatten, erleben das aktuell.

In einem Brandbrief hatte sie bereits der Finanzbürgermeister aufgerufen, konstruktive Gespräche zu führen. Doch auch danach war die Debatte um die Finanzierung von einem bisweilen unbedarft wirkenden Gezwitscher in den sozialen Medien begleitet worden.

Wer ist attraktiver?

Zuletzt stieß der Hinweis des Geschäftsführers, Neu-Ulm sei als Sportstadt mittlerweile attraktiver als Ulm, offenbar auf Unmut. Während Kritiker ätzten, die Basketballer sollten lieber gleich nach Neu-Ulm gehen, ruderte der Verein zurück. Man habe die Doppelstadt nicht „auseinanderdividieren“ wollen.

Was aber bedeutet nun der ernstzunehmende Rüffel von der Mehrheit des Gemeinderats? Unmissverständlich haben die Fraktionschefs klar gemacht, dass sie die Deutungshoheit in der Debatte um den Orange Campus beanspruchen und es höchst ungern sehen, wenn politische Beschlüsse in den sozialen Medien interpretiert werden. Auch der OB, lange im Hintergrund, stellt klar: Wir sind Herr des Verfahrens.

Eigene Gesetze

Zweifelsohne haben die Basketballer in den vergangenen Wochen gezeigt, dass der Orange Campus nicht nur eine beeindruckende Vision für den sportlichen Nachwuchs ist, sondern auch, dass tausende Fans, aber auch viele Sponsoren hinter ihnen stehen. Doch wer ihre Supporter in den orangefarbenen T-Shirts während der nicht-öffentlichen Debatte durch das Rathaus laufen sah, fragte sich nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Mobilisierung. Die eindringliche Botschaft der Kommunalpolitik an die Verantwortlichen der BBU’01 ist und bleibt ganz einfach: Ein politischer Entscheidungsprozess folgt ganz anderen Gesetzen als ein Baskettballspiel. Statt lautstarker Unterstützung am Spielfeldrand kann Teamarbeit entscheidende Punkte bringen.

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