Fahnen im Mondrian-Stil

Bunte Fahnen schmücken seit jeher das Festivalgelände des Internationalen Donaufestes. Heuer werden sie nicht nur ein schmuckes Bühnenbild ohne Selbstzweck sein, sondern eine klare politische Aussage haben.

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Studenten bei der Arbeit: Die Fahnen für das Internationale Donaufest wurden in diesem Jahr an der Kunsthochschule in Osijek hergestellt.

Dargestellt werden die jeweiligen Landesfarben der zehn Anrainerstaaten nicht in ihrer bekannten Form, sondern abstrahiert und ineinander übergehend. Gerade so, wie die Lebenswirklichkeit der Menschen durch den europäischen Einigungsprozess auch immer weniger durch Landesgrenzen getrennt sein soll.

Die Idee dazu hatten Ralf Milde und Christof Hußmann erstmals vor 16 Jahren. Jetzt erinnerte sich Milde, im April vergangenen Jahres bei der ersten Donau-Kulturkonferenz in Ulm den kroatischen Künstler Vladimir Frelih getroffen zu haben. Er war damals als Referent im Ulmer Stadthaus aufgetreten.

Frelih, der an der Kunstakademie in Osijek lehrt und arbeitet, hatte die Idee, sich auf den niederländischen Künstler Piet Mondrian zu beziehen, der zwar keinen direkten Zugang zur Donau hat, mit seiner konstruktivistischen Art der Bildgestaltung aber die perfekte Grundlage für Frelihs Ansinnen liefert.

Frelih ordnet die Landesfarben scheinbar willkürlich in Rechtecke und Quadrate an und lässt die jeweiligen Landesfarben ineinander überfließen. Der Beginn wird also Schwarz-Gelb für Baden-Württemberg sein, das in Weiß-Blau für Bayern übergeht, das wiederum ins österreichische Rot-Weiß wechselt.

So ergibt sich ein buntes Farbenbild, das in seinem schleichenden Fluss im Grunde den politischen Wunsch abzeichnet, dass die Nationalstaaten und somit auch deren Grenzen an Bedeutung verlieren und sich die Menschen immer mehr ihrer gemeinsamen Geschichte und Kultur vergegenwärtigen, die in den Fahnen ihren Ausdruck finden.

Etwa 600 dieser Einzelteile werden dann wieder das Festivalgelände auf den beiden Donauseiten säumen. Angefangen wird auf der Herdbrücke mit Baden-Württemberg und Bayern, bis zum Schluss, wenn die ukrainischen Farben Gelb-Blau an die schwarz-gelben Fahnen anschließen. 

Info
Verkauf der handgefertigten Fahnen-Unikate am Di, 15. Juli, 17 Uhr auf dem Münsterplatz. Preis: jeweils 65 Euro.

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