Fachlich anerkannt, menschlich umstritten

Wann der neue Kaufmännische Direktor der Uni-Klinik in Ulm anfängt, ist offen. An seiner bisherigen Wirkungsstätte in Ludwigshafen ist er umstritten.

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Steht in Ludwigshafen in der Kritik: der designierte Ulmer Klinikchef Dr. Joachim Stumpp. Foto: Uni-Klinik

Rote Zahlen, Unregelmäßigkeiten beim Chirurgie-Neubau, ein vom Vorstand verfügter harter Sparkurs und große Unzufriedenheit bei den rund 6000 Mitarbeitern: Die Uni-Klinik blickt auf ein turbulentes Jahr zurück - auch der plötzliche Abgang des Kaufmännischen Direktors Rainer Schoppik im April und der vom Aufsichtsrat erzwungene vorzeitige Rücktritt des Leitenden Ärztlichen Direktors Prof. Reinhard Marre im Juni zeugen davon.

Mittlerweile blickt man am Oberen Eselsberg wieder nach vorne. Mit Prof. Klaus-Michael Debatin hat das Klinikum einen neuen Chefarzt, der unter den Beschäftigten weitaus mehr Akzeptanz genießt als sein Vorgänger. Auch dem bis Ende September tätigen Kaufmännischen Interimsdirektor Rüdiger Strehl wird gute Arbeit bescheinigt, weil er Licht in das undurchsichtige finanzielle Gebaren seines Vorgängers gebracht hat. Mit der Bestellung von Dr. Joachim Stumpp zum neuen Kaufmännischen Direktor durch den Aufsichtsrat vor wenigen Wochen soll auch der Vorstand bald wieder komplett sein - noch steht allerdings nicht fest, wann Stumpp in Ulm anfängt (wir berichteten).

Alles in bester Ordnung also? Das bleibt abzuwarten. An seiner bisherigen Wirkungsstätte, dem städtischen Klinikum Ludwigshafen, ist Geschäftsführer Stumpp jedenfalls umstritten. Nicht wegen seiner Fachkompetenz, sondern wegen seiner Führungsqualitäten, wie aus Berichten dortiger Regionalzeitungen hervorgeht. So schrieb die "Rheinpfalz" in ihrer Ausgabe vom 26. September: "Viele machen keinen Hehl daraus, dass sich der menschlich fragwürdige Führungsstil Stumpps im Krankenhaus zum Problem ausgeweitet hat." Dem 48-Jährigen werde zudem sein abrupter Abschied angekreidet, zumal er mit dem Bau eines neuen Herzzentrums ein 40-Millionen-Euro-Projekt angeleiert habe, das er nun nicht zu Ende bringe. In diesem Zusammenhang zitiert die Zeitung Aufsichtsratsmitglied Ursula Jung (CDU): "Ich fühle mich jetzt sauunwohl mit diesem Projekt." Deutlicher äußert sich Klinik-Aufsichtsrätin Heike Scharfenberger, SPD-Fraktionsvorsitzende im Ludwigshafener Stadtrat: "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", kommentiert sie Stumpps Abgang. Zwar sei dessen betriebswirtschaftliche Bilanz einwandfrei. Aber unter ihm hätten "große Teile der Belegschaft gelitten".

Auch der "Mannheimer Morgen" beschäftigte sich in seiner Ausgabe vom 26. September mit Stumpp. Die Kritik an seinem Führungsstil bezeichnet der Klinikmanager gegenüber der Zeitung als "nicht nachvollziehbar" und verweist darauf, dass er das Klinikum in den vier Jahren seiner Tätigkeit gut vorangebracht habe. Der Jahresüberschuss betrug im vergangenen Jahr fünf Millionen Euro.

Mit Kritik zurück hält sich denn auch der Personalrat der Uni-Klinik Ulm. "Wir wollen kein Porzellan zerschlagen", sagt Personalratsvorsitzender Bruno Stemmer. Man werde den "Neuen" kritisch begleiten. "Er muss nicht nur fachlich etwas draufhaben, sondern auch gut mit den Menschen können."

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