Experten kommen zum Thema Biber im Kornhaus zusammen

Die Stadt Ulm veranstaltet ein Expertenhearing zum Thema „Biber in der Friedrichsau“. Auf dem Podium sitzt auch ein Hobbykoch.

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Wie geht man mit den Bibern in der Friedrichsau um?, diskutieren Experten am 18. September.  Foto: 

Im 200 Jahre alten Stadtpark Friedrichsau werden wegen Biberschäden gesunde Bäume gefällt, Spazierwege gesperrt und Spielplätze verkleinert. Vor 200 Jahren hätte man den Biber kurzerhand erlegt sowie das Fleisch in Erbsensud gekocht, dann paniert und voller Genuss als Wildgericht verspeist. Das hat Wildbiologe Gerhard Schwab in alten Kochbüchern nachgelesen.

Schwab arbeitet in Mariaposching im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen als Bibermanager für den Bund Naturschutz. Für den 18. September hat ihn die Stadt Ulm zum Expertenhearing ins Kornhaus eingeladen. Thema: „Biber in der Friedrichsau.“ Diskutiert wird die Frage: Wie soll man weiter mit dem artgeschützten Wildtier und den Schäden umgehen? Darauf antworten werden Vertreter der Stadt, des Natur- und Artenschutzes sowie der Landwirtschaft. Moderator ist Bürgermeister Alexander Wetzig. Beginn: 19 Uhr.

Die schillerndste Persönlichkeit dürfte jedoch Gerhard Schwab sein. Auf Anfrage hat er einiges erzählt von seinen Aktivitäten zur Biberbekämpfung: exportieren oder garen.

Schwab ist als Bibermanager für ganz Südbayern zuständig und da der Biber dort noch länger eingebürgert ist als in Baden-Württemberg, waren die Reviere bald besetzt. Nicht so in der Mongolei. Sie importierte Biber, um durch deren Dammbau Gewässer reinigen zu lassen, die wegen der intensiven Landwirtschaft zu viel Nährstoffe enthielten. Schwab: „Vor dem Damm bleibt der Schlamm liegen, drüber fließt nur sauberes Wasser.“ Auch Skandinavien wollte Biber einbürgern.

100 der Nager gingen nach England in umzäunte (Jagd-)Reviere. Großgrundbesitzer ließen sich den Transport der Tiere – ein Biber kann an die 30 Kilo wiegen – einiges kosten. Angefangen hatte das Exportgeschäft 1996. Bis 2002 spricht Schwab von „Spitzenzeiten“. Seither sei der Weltmarkt gesättigt.

Satt essen kann man sich am Biber auch. Mit Sondergenehmigung darf Schwab nach der Schonzeit Tiere erlegen, die sich etwa in Kläranlagen aufhalten. Verkaufen darf er dieses Wildbret nicht, aber selbst verzehren. Die Biberkeule wird in Rotweinsauce gegart wie Rehkeule. Der Nager habe einen eigenen Wildgeschmack. Dazu gibt’s Knödel.

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Kommentare

03.09.2013 20:05 Uhr

was für ein Aufwand

Wenn nicht nur die Beteiligten sondern vor allem auch die zuständigen Ämter was denken, kommt dabei heraus dass der Biber in der Au inzwischen kein seltenes Tier mehr ist, sondern ein Schädling.
Wenn nicht, geht nur viel Geld drauf. Für die Beratungen und auch für die Behebung der Schäden.
Man darf gespannt sein.

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Biber sind sehr anpassungsfähig an ihre jeweilige Umgebung und Lebensbedingungen. Auch im Alb-Donau Kreis, in Neu-Ulm und in der Ulmer Friedrichsau werden die Tiere immer wieder gesichtet.

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