Ex-Vizechef der Uni-Klinik Ulm wird Chef der Uni-Klinik Heidelberg

Sein Erstwohnsitz ist nach wie vor in Ulm, doch Karriere macht Prof. Guido Adler (65) anderswo. Am Samstag wird er Chef der Uni-Klinik Heidelberg.

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Guido Adler will mit der Uni-Klinik Heidelberg in der "Champions League" spielen.

Manche Männer füttern jenseits der 65 Enten, andere legen karrieremäßig los. Prof. Guido Adler, Ehemann der Ulmer SPD-Stadträtin und Ex-SSV-Präsidentin Katja Adler, gehört zu letzterer Kategorie. 2010 war der damalige Vizechef der Uni-Klinik Ulm dem Ruf aus Mainz gefolgt. Auf Drängen der rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD) übernahm er die Leitung der finanziell in Schieflage geratenen Uni-Klinik Mainz. Die Berufung zum Vorstandsvorsitzenden für fünf Jahre werde die "letzte Herausforderung vor dem Ruhestand" sein, hatte er gesagt.

Von wegen. Nun nimmt der Mediziner, der in drei Monaten 66 Jahre alt wird, eine neue Herausforderung an. Am Samstag tritt Adler das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Uni-Klinik Heidelberg an, wieder ist er für fünf Jahre bestellt. Über die Gründe für den überraschenden Wechsel lässt sich trefflich spekulieren. Die Entscheidung sei ihm schwer gefallen und allein seiner "tiefen Verbundenheit" zu seiner Geburts- und Studienstadt Heidelberg geschuldet - so hatte sich Adler nach Bekanntwerden der Personalie gegenüber der Mainzer Lokalpresse geäußert. Zudem spiele die Heidelberger Klinik "in der Champions League". Er wolle daran arbeiten, dass dies auch in den nächsten zehn Jahren so bleibe.

Andererseits war die Mainzer Klinikleitung zuletzt in die Kritik geraten. Laut Berichten von "Allgemeinen Zeitung" und "Rhein-Zeitung" warfen Klinikleiter dem Vorstand Versäumnisse im Personalmanagement vor, nach Beschwerden von Patienten und Ärzten setzte eine öffentliche Diskussion um zu knappes Pflegepersonal ein, und kürzlich musste eine Kinderstation der Klinik sogar aus Personalmangel schließen. Wissenschaftsministerin Ahnen, die auch Aufsichtsratsvorsitzende der Uniklinik Mainz ist, betonte indes, Adlers Wechsel habe mit all dem nichts zu tun. "Rein persönliche" Gründe seien ausschlaggebend gewesen, sie selbst bedaure Adlers Weggang außerordentlich.

Mit Adler habe Heidelberg "die Ideallösung" gefunden, erklärte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Laut Stuttgarter Zeitung gestaltete sich die Nachfolgesuche jedoch äußerst zäh. Mehrere Kandidaten sollen abgesprungen sein, auch der Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, Otmar Wiestler, habe abgelehnt.

Zu guter Letzt kann man Adlers Flug nach Baden-Württemberg ja auch als schrittweise Annäherung an Ulm deuten. 2014 endet die Amtszeit von Klinik-Chef Reinhard Marre. Guido Adler ist dann erst 68.

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