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Ex-Ministerin Schavan am Anna-Essinger-Gymnasium: "Es geht um Gerechtigkeit!"

Annette Schavan besuchte die Schülerinnen und Schüler der 9g des Anna-Essinger-Gymnasiums zu einer politischen Diskussion. Nachdem Schulleiter Marius Weinkauf die ehemalige Bildungsministerin begrüßt hatte, wurde sie zuerst gefragt, was sie von der aktuellen Debatte über G8 halte.

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Annette Schavan besuchte die Schülerinnen und Schüler der 9g des Anna-Essinger-Gymnasiums zu einer politischen Diskussion. Nachdem Schulleiter Marius Weinkauf die ehemalige Bildungsministerin begrüßt hatte, wurde sie zuerst gefragt, was sie von der aktuellen Debatte über G8 halte. Dieses Thema beschäftigte die Schüler bereits im Vorfeld sehr.

"Nun ja", sagte Schavan: "G8 wird an den Schulen oft falsch umgesetzt." Wenn G8 so umgesetzt werde wie G9 sei das problematisch. Außerdem gebe es zur Zeit sowieso zu viele Schüler, die aufs Gymnasium wollen. "Es handelt sich hier um eine Phantomdiskussion, die in fünf Jahren wieder erneut gestartet wird, wenn dann alle der Meinung sind, dass G8 besser war."

Als das Thema Krim angesprochen wurde und gefragt wurde, ob Sanktionen gerechtfertigt seien, meinte Schavan: "Russland kann nicht einfach nach 50 Jahren daherkommen und sagen, dass die Krim eigentlich zu Russland gehört. Das ist falsch. Hier muss der Westen ein klares Zeichen setzen." Außerdem sah sie keine Bedenken vor eventuellen russischen Maßnahmen: "Putin will sein Gas auch verkaufen", so Schavan. Bei den Verhandlungen sei es wichtig, dass man im Gespräch bleibe, dann habe sie auch keine Angst vor einem Krieg.

Umweltpolitisch wurde sie gefragt, wie sie sich den Übergang zu erneuerbaren Energieformen vorstelle. "Gas werden wir als Reserve brauchen. Wenn wir von der Atomkraft wegkommen wollen, müssen wir vor allem neue Speichertechniken entwickeln", sagte Schavan. An diesen werde beispielsweise auf dem Ulmer Eselsberg geforscht.

Annette Schavan geht am 1. Juli als deutsche Botschafterin zum Heiligen Stuhl. Was sie an Ulm am meisten vermisse, wurde sie gefragt. "Mein Haus hier behalte ich. Allerdings werden mir meine guten Beziehungen hier fehlen", erzählte Schavan.

Nachdem sie auch auf Stammzellenforschung, Gentechnik und den Mindestlohn sowie auf das Gesundheitssystem in Deutschland angesprochen worden war, stellte man zuletzt die Frage nach ihrer Doktorarbeit. "Ich wurde nie beschuldigt, abgeschrieben zu haben. Ich solle lediglich die Fußnoten an der falschen Stelle angegeben haben", verteidigte sich Schavan. Sie habe viele Professoren gefragt, die der Meinung waren, dass alles gestimmt habe: "Es ging um Formfehler: Dass die Anführungszeichen zu weit oben oder unten waren, die Fußnoten falsch gesetzt. Ein Buch hatte ich vergessen, in den Quellen anzugeben." Dies sei aber den damaligen Verhältnissen ohne Computer geschuldet.

Ob es ihr nur um den Titel gehe, fragte ein Schüler. "Nein, es geht um Gerechtigkeit. Ich habe so viele Ehrendoktoren, die könnte ich alle davorsetzen", gab Schavan an.

Alexander Krüger, Anna-Essinger-Gymnasium, 9g

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Kommentare

10.04.2014 10:25 Uhr

Schiere Einfalt lässt gute Beziehungen entschwinden

Es stets zu unterlassen, die im Mindesten wissenschaftlich erarbeiteten und daher eigenständig vorliegenden Ansätze, welche notwendig Auskunft zur jeweiligen Beschaffenheit der sozialen Welt geben, um des eigenen Vorteils willen kurzerhand in Abrede zu stellen, konstituiert längst eine gute Beziehung, von der Frau Dr. Schavan vor der Klasse 9g des Anna-Essinger-Gymnasiums sprach. Deren dadurch universale Eigenschaft herrscht deshalb nicht zuletzt in Rom. Hält sich die neue Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland im Vatikan daran, bleibt sie gegenwärtig und wird ihr niemals fehlen; wobei fraglos einzuräumen ist, dass selbst dort nicht allen Würdenträgern insbesondere das gesellschaftliche Wesen der Dreieinigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist in der beschriebenen Weise zugänglich ist und somit zweifelsohne gravierende Mängel in der Form schierer Einfalt angesichts dessen festzustellen sind.

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