Evobus kümmert sich um Schwerbehinderte

Der Bushersteller Evobus ist Vorbild bei der Integration von Schwerbehinderten. Nun war das Unternehmen auch Gastgeber einer Fachtagung.

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Evobus baut automatisch öffnende Eingangstüren ein, bis hin zum Arbeitsplatz eines Schwerbehinderten. Der Bushersteller schult einen Schwerbehinderten aus der Fabrik auf einen Büroarbeitsplatz um. Jeder Arbeitsplatz ist ergonomisch bewertet - so ist auf Anhieb ersichtlich, wo welcher Mitarbeiter eingesetzt werden kann.

Ein Best-Practice-Umfeld also für eine Arbeitskreistagung der Schwerbehinderten-Vertretungen der deutschen Automobilindustrie. An der dreitägigen Veranstaltung nahmen 50 Vertreter und Gäste teil, darunter der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Hubert Hüppe. Der Arbeitskreis trifft sich einmal im Jahr bei einem der Fahrzeughersteller oder Zulieferer. Einer seiner größten Erfolge ist die gesetzliche Verpflichtung der Arbeitgeber, ein "Betriebliches Eingliederungsmanagement" für Mitarbeiter anzubieten, die länger als sechs Wochen krank waren - ein für den Mitarbeiter freiwilliges Angebot, er kann auch ablehnen. Während des jüngsten Treffens stand die Pina-Studie im Fokus. Pina steht für "Partizipation und Inklusion von Anfang an". Sie beschäftigt sich mit einem gesunden und qualifizierten Älterwerden in der Automobilindustrie, es werden Ansätze für ein ganzheitliches Alternsmanagement erprobt und weiterentwickelt. Neben Audi, Bosch, Daimler, Ford, Opel, Porsche und VW nimmt auch Evobus an der Studie teil.

Bei der Daimler-Tochter Evobus gilt der Grundsatz: Jeder Mitarbeiter soll seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden - egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe, ob mit oder ohne Behinderung. "Wir haben Diversity bewusst in unsere Vision aufgenommen", sagt der Chef der Daimler-Bussparte, Hartmut Schick. Dahinter steht die Idee, soziale Vielfalt konstruktiv zu nutzen. Bei Evobus ist der Integrationsgedanke in den Köpfen so verinnerlicht, dass ohne jegliche innerbetriebliche Zielvorgaben eine Schwerbehindertenquote von 8 Prozent erreicht, somit die gesetzliche Quote von 5 Prozent übererfüllt wird.

Die Ernsthaftigkeit der Herangehensweise in dem Unternehmen zeigt sich auch in dem Umstand, dass selbst in dem schwierigen, von Personalabbau geprägten (zum Teil über Altersteilzeit) vergangenen Jahr das Ergonomie-Projekt vorangetrieben wurde.

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Kommentare

21.05.2013 09:27 Uhr

Hausgemachte Wettbewerbsnachteile

Eine in der Öffentlichkeit nahezu ausschließlich negativ betriebene Berichterstattung verdeckt zum äußersten Nachteil aller regional ansässigen Bürger, dass Schwerbehinderte naturgemäß über Fähigkeiten verfügen, die keinem Gesunden je gegeben sind. In der Beantwortung wesentlicher Fragen besitzen daher gesundheitlich illegitim eingeschränkte Personen nachweislich unschätzbare Kompetenzen. Orientiert sich insofern ein Unternehmen wie nicht zuletzt die EvoBus GmbH nicht an der Wirklichkeit, sondern an den ohnehin dadurch längst inkriminierten, aber nach wie vor in überaus rauen Mengen umlaufenden Verzerrungen derselben, beraubt es sich selbst der Möglichkeiten, im globalen Wettbewerb ökonomisch notwendig zu bestehen.

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