Esther Hagenmaiers Ausstellung „Licht und Linie“

Was sehen wir, wenn wir sehen? Esther Hagenmaier zeigt ihre Ausstellung „Licht und Linie“ in der Galerie am Saumarkt.

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„Shaped photography“ von Esther Hagenmaier.  Foto: 

Sie kann eine geschlossene Form ergeben, sie kann sich in Linien auflösen, es hängt nur davon ab, wo man steht und wie man schaut. Die „Raumzeichnung“ aus leuchtenden Klebebändern, die Esther Hagenmaier  über den Treppenaufgang hinweg arrangiert hat, kann man als Bedienungsanleitung für ihre Ausstellung „Licht und Linie“ in der Galerie am Saumarkt lesen.

„Shaped photography“ – in Anlehnung an die „shaped canvases“ von Frank Stella – nennt die in Ulm lebende, 1975 geborene Hagenmaier ihre Kunst. Ihre geometrischen Kompositionen nämlich beruhen auf Fotografien realer Architekturen mit ihren Betonwänden, Ziegelmauern und Holzbalken. Real existierende konkrete Kunst sozusagen, die aber erst im Blick und im Zugriff der Künstlerin entsteht: Die Bilder sind jeweils so zugeschnitten, wie es der geometrische Bildinhalt fordert, sind Bild und Skulptur zugleich.

 Gerne verschiebt Hagenmaier die Perspektive so minimal, dass sie gerade kippt, baut da einen 3-D-Effekt ein, spielt dort Zwei- und Dreidimensionalität gegeneinander aus, schiebt Ebenen übereinander oder montiert in einem Bild architektonische Elemente so, dass man schon genau hinsehen muss, um im Schattenfall den Fehler zu erkennen. Licht und Schatten werden zu Konstruktionselementen, die zusätzlich Verwirrung darüber stiften, was Vorder- und Hintergrund ist, was Räumlichkeit, was Fläche.

In der dichten Hängung im Untergeschoss wird der Effekt etwas zu viel. Im Ganzen aber trägt die Spannung. Was sehen wir, wenn wir sehen? Esther Hagenmaier entlässt uns in produktiver Unsicherheit (bis 10. September, Mittwoch bis Freitag 11-13, 14-18 Uhr und Samstag 11-15 Uhr).

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