Es wird ein Wein sein

Kontrastprogramm zur Bierparty bei Gold Ochsen: Im Weinstadl Fuchs feierte man verlängerten Frühschoppen - und die Weinlese 2012.

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Dietmar Fuchs schneidet hoch droben an seinem Weinstadl Reben des Blauen Burgunder. Foto: Oliver Schulz

Der Alleinunterhalter traf die Stimmung unter den Gästen ziemlich genau: "So ein Tag/ bei unserm guten Dietmar/ so ein Tag/ der dürfte nie vergehen." In der Tat konnte der sonnige Sonntag gestern richtig ausgekostet werden. Und zwar buchstäblich, ging es vorm Weinstadl von Dietmar Fuchs mitten in Söflingen doch um Wein in Reinkultur: Zur Weinlese vom Rebstock an der Hauswand reichte der Chef zwar keinen eigenen, dafür aber Fasswein aus dem Remstal und Saumagen direkt aus der Pfalz dazu.

Den Blauen Burgunder, den er am eigenen Haus hochzieht, gibt es ohnehin nur zu besonderen Anlässen, "bei Weinproben zum Beispiel". So gesehen ist die Vorfreude auf den Jahrgang 2012 groß, denn die Söflinger Bedingungen waren prächtig. Anders als der Kaiserstuhl, der nach Frost im Mai und einer nassen Folgeperiode mit Ausfällen zu kämpfen hat, sind die Reben in der Ulmer Vorstadt ohne Mehltau durch die Saison gekommen. "Eine sehr gute Qualität", bei 85 bis 90 Grad Oechsle. Dabei ist Fuchs mit der Lese nach langer Trockenheit jetzt etwas früher dran als sonst. "Es war ja auch gut warm."

Man muss aufpassen, dass man die süßen Trauben nicht gleich alle vom Stock weg vernascht. Fuchs hat Lemberger an der Pergola am Weinstadl hängen und den 1987 gepflanzten Blauen Burgunder elfeinhalb Meter hoch an der Fassade zur Straße hin. "Südostlage." Optimal. Und selbst wenn die Kraft der alten "Mischte" an diesem Ort mittlerweile ausgereizt sein sollte, die dem Stock der Legende nach den besten Boden bot, so holt sich der Wein heute acht Meter hinunterreichend eben gutes Grundwasser. 130 Kilo erwartet Fuchs von der Ernte, macht dann 100 Liter guten Stoff.

Der Söflinger Rebstock gilt im Übrigen als höchster Deutschlands, der Weinstadl käme wohl aber auch als kleinstes zusammenhängendes Anbaugebiet durch, obwohl die Vielfalt zuletzt etwas gelitten hat. "Der Weiße hat den Geist aufgegeben", sagt Fuchs nach einem Versuch mit aufgepfropftem Kerner und Portugieser. So ist das Leben halt. Da ist der Söflinger ganz nah am Lebensmotto des Wieners dran, der singt: "Es wird a Wein sein/ und mir wern nimmer sein/ drum gniaß mas Lebn/ so langs uns gfreut."

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