Es läuft wie geschmiert

Binnen acht Jahren hat der Schmierstoffspezialist Hermann Bantleon 15 MillionenEuro in seine Ulmer Werke investiert. Gerade ist im Lehrer Feld ein neue Mischanlage in Betrieb genommen worden.

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Die neuen Rührbehälter funktionieren vollautomatisch, erklärt Bantleon-Produktmanager Rainer Janz. Foto: Volkmar Könneke

Die Firma Hermann Bantleon ist ein Global Player, dennoch stellt sie ihre Schmierstoffe ausschließlich in Ulm her, wegen der gleichbleibenden Qualität: am Stammsitz in der Blaubeurer Straße - und nun auch im Ulmer Norden, wo 2006 ein neues Logistikzentrum und 2010 ein Tanklager gebaut wurden.

In das neue Produktionsgebäude samt Anlage hat das Unternehmen mehrere Millionen Euro investiert. "Wir verfolgen eine klare Wachstumsstrategie", sagt Produktmanager Rainer Janz. Die aktuelle Investition bringt fast eine Verdopplung der Kapazität (plus 40 Prozent). Weiterer Vorteil: Das Knowhow bleibt im Haus. Zuletzt mussten immer wieder externe Dienstleister mit ins Boot genommen werden, um Engpässe zu überbrücken - das birgt die Gefahr, dass das Wissen um spezielle Rezepturen der Schmiermittel abwandert.

Die neue Mischanlage funktioniert vollautomatisch. Es sind lediglich drei Mitarbeiter nötig, um sie am Laufen zu halten - und 8000 Kubikmeter Schmiermittel im Jahr zu produzieren. Der Betrieb lief mit drei Produktionslinien an, die Pläne für eine vierte sind schon in der Schublade und werden verwirklicht, sobald die Fertigungsanlage entsprechend ausgelastet ist.

Mit der Investition stärkt Bantleon sein Kerngeschäft, also die Herstellung von Schmierstoffen für die metallverarbeitende Industrie (das in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommene Kraftstoffgeschäft an den Avia-Tankstellen sei nur ein kleiner Bereich, betont Janz). Die Schmierstoffe finden Verwendung überall dort, wo gebohrt, gedreht, gefräst oder geschliffen wird. In den Fabriken von Liebherr, Bosch Rexroth, Schwenk, Voith oder Zeiss. "Unsere Stärke ist unsere Flexibilität", sagt Janz. Sprich: kleine Mengen für kleine Betriebe anbieten zu können und zugleich die Kapazität für Lieferungen an Konzerne zu haben. Entwickelt werden die Produkte in der Blaubeurer Straße, wo auch die Verwaltung ihren Sitz hat und der Industrie- und Tankbau.

Bantleon steckte in den vergangenen acht Jahren 15 Millionen Euro in die beiden Standorte und schuf im Zuge dessen mehr als 30 neue Arbeitsplätze. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen, das auch eine Niederlassung in Crimmitschau bei Zwickau hat, rund 190 Mitarbeiter. Der Umsatz stieg vergangenes Jahr auf 125 Millionen Euro (plus 7 Millionen). Im Juli wuchs Bantleon durch einen Zukauf: Das Unternehmen erwarb die Ölsparte der Böblinger Firma Pfinder Chemie. Die Übernahme war möglich geworden, nachdem Pfinder sich auf seinen Kernbereich konzentrierte, die Spezialchemikalien.

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