Es geht um Liebe, Geld und Status

Einen sehr amüsanten Abend bescherte der Musiktheater-Jugendclub des Theater Ulms dem Publikum im vollen Podium. Rund 30 Sänger und Musiker zwischen 14 und 20 Jahren gaben den "Bettelstudent".

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Mit Spaß bei der Sache: Der Musiktheater-Jugendclub des Theaters Ulm spielt den "Bettelstudent". Foto: Hermann Posch

Mit der Musik von Carl Millöcker und dem Libretto von Friedrich Zell und Richard Genée gehört der 1882 uraufgeführte "Bettelstudent" noch heute zu den beliebtesten deutschen Operetten. Mit den Jugendlichen des Musiktheater-Jugendclubs hat Benjamin Künzel, der den Club seit 2007 leitet, eine sehr erfrischend neue Inszenierung erarbeitet und dabei weder die sehr eingängigen Melodien noch die Texte des Originals verändert. Er gestaltete die Vorlage szenisch um, setzte stellenweise moderne Sprachwendungen ein und vernachlässigte den historischen Hintergrund.

Die Aufführung stellt die zwischenmenschlichen Beziehungen - sprich die Liebe und nicht zu vergessen Geld und Status - in den Vordergrund. Auch die Protagonisten, die Kostüme und das Bühnenbild (Mona Hapke) sind gekonnt der Zeit angepasst: Herr Ollendorf (Marc Elsner) ist hier kein Oberst, sondern der Geschäftsführer eines Einkaufszentrums.

Er ist in die schöne Laura Nowalska (Wiebke Neulist) verliebt, die einer alten polnischen Adelsfamilie angehört. Ollendorf wird von ihr "schlagfertig" zurückgewiesen und heckt mit seiner Belegschaft einen Racheplan aus. Vor allen die mittellosen Klojungs, die beiden polnischen Gaststudenten Symon (Daniel Schäfer) und Jan (Max Rechtsteiner) sowie die jüngere Schwester Lauras Bronislawa (Rebekka Sattelberger) spielen dabei eine - gekonnt besetzte - Rolle. Die wöchentlichen Proben für das Stück hatten schon im Oktober letzten Jahres begonnen. Anfänglich ging es darum, für jeden die passende Rolle zu finden. Das ist geglückt. Der Sänger Girard Rhoden arbeitete mit den Schauspielern an ihren Stimmen, und die Musikerin Maria Braun studierte mit dem Orchester, das erstmals in einer Jugendclub-Inszenierung in Eigenregie spielte, die Musikstücke ein. In den Pfingstferien bereiteten sich die Schauspieler und Musiker täglich bis zu zehn Stunden auf die Premiere vor. Der Aufwand hat sich jedoch absolut gelohnt. Musikalisch auf hohem Niveau und schauspielerisch souverän ist diese Inszenierung auf jeden Fall einen Besuch wert.

Info Nächste Aufführungen am 5., 7. und 8. Juni, jeweils 19.30 Uhr, im Podium des Theaters Ulm.

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