Erste Methantankstelle Deutschlands in Ulm eröffnet

Sauberer und effizienter soll es sein: Methangas als Tankfüllung für Lkw. Am Dienstag hat die erste Methantankstelle Deutschlands in Ulm eröffnet.

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Am Dienstag hat die erste Methangastankstelle in Deutschland eröffnet. Der Standort: Das Donautal.  Foto: 
Der Fahrzeughersteller Iveco und das Energieunternehmen Uniper haben am Dienstag die erste Methantankstelle Deutschlands im Donautal in Ulm eröffnet.  Genutzt werden soll die Tankstelle vor allem für Testfahrzeuge von Iveco. „Die Energieeffizienz von LNG, Liquid Natural Gas, also flüssigem Methangas, ist viel besser als beispielsweise bei Erdgas“, erklärt Manfred Kuchlmayr, Pressesprecher von Ivceo. Das tiefgekühlte, verflüssigte Methan verfüge, auf die Tankgröße bezogen, über 600 Mal mehr Energie als normales Erdgas und eigne sich daher besonders für den Fernverkehr. „Das ist natürlich für Unternehmen spannend“, sagt Kuchlmayr. Iveco habe bereits von einem Lebensmittelspediteur einen Auftrag für den Bau einer entsprechenden Tankstelle in Berlin und die Lieferung dazu passender Fahrzeuge erhalten. Ein von Iveco neu entwickelter Erdgas-Lkw schaffe 1500 Kilometer mit einer Tankfüllung LNG.

„Das reine Methan ist auch ein vergleichsweise sauberer Kraftstoff, damit kann man natürlich bei Kunden punkten“, sagt Kuchlmayr. „Es gibt keine Rusproblematik, es werden weniger Stickoxide und  Kohlendioxid ausgestoßen. Außerdem sind Lkw, die mit LNG fahren, sind leiser als ihre Diesel-Kollegen.“ Ebenso sei die CO2-Bilanz besser als bei herkömmlichen Kraftstoffen, allerdings nur um etwa 15 Prozent, „das muss man einräumen.“ Behörden wie das Umweltbundesamt würden es natürlich lieber sehen, wenn die Elektromobilität mehr genutzt würde, doch im Moment sei Methan die einzige Möglichkeit für den Fernverkehr vergleichsweise effizient und „sauber“ zu fahren. „Es müssten etwa 10 Tonnen Batterie mitgenommen werden, um mit Elektromotoren auf die gleiche Energie- und Reichweiteneffizienz zu kommen wie mit Methangas“, sagt Kuchlmayr.

Ein weiterer Vorteil liege im Preis: 75 Cent kostet ein Kilogramm LNG. Als zukünftiger Kraftstoff für Autofahrer sieht Kuchlmayr das Methangas jedoch nicht: „Lkw haben einen speziellen Edelstahltank für das Methangas, der so viel ein Pkw kostet. Das ist einfach zu teuer für ein normales Auto.“

Auch wenn die Tankstelle in Ulm hauptsächlich für Testfahrzeuge genutzt wird, ist sie im Notfall öffentlich zugänglich. Immerhin würden bereits mehrere hundert Fahrzeuge europaweit mit Erdgas fahren. „Es wird nicht die letzte Tankstelle in Deutschland bleiben“, sagt Kuchlmayr.
 
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