Eros Ramazzottis bombastische Show in Neu-Ulm

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Sexy wie eh und je: Eros Ramazzotti wird von seinen weiblichen Fans angeschmachtet. Foto: Oliver Schulz  Foto: 

Er gehört zu Italien wie Pizza, Vino, Verdi und der gleichnamige Magenbitter: Eros Ramazzotti. Sein kratziger Pop-Tenor ist unverkennbar. Nur mittelgroß ist der Römer, aber als Italiens heißester Pop-Export ein ganz Großer. Erstmals machte er Halt in der Region: Der  Weltstar feierte gen Ende seiner  „Perfetto“-Welttournee  über drei Kontinente zwischen Konzerten in Hamburg, Graz und Budapest in Neu-Ulm mit seiner hammerstarken Acht-Mann-Band, zwei Background-Vokalistinnen und rund 4500 Fans „Fünf Jahre Ratiopharm-Arena“.

Licht aus nach zehn Minuten Verspätung. Pfeifkonzert, Gekreisch. Bässe donnern aus Mega-Boxen wie beim Hardrock, hämmern „L’ombra del gigante“ über den Magen hoch bis in den Brustkorb. Auf der Videowand erscheint im Flackerlicht das kubistische Schwarz-Weiß-Konterfei des Pop-Barden. Dann hebt sich der transparente Vorhang vor der Bühne. Endlich, finalmente Eros Ramazzotti: Er schmettert und schmalzt, röhrt und rockt, sexy wie eh und je.

Frauen himmeln generationenübergreifend ihr Idol an. Die Massen wogen dicht an dicht stehend in der Arena-Manege und auf den nicht ganz ausverkauften Rängen, schwenken Arme und Handys. Im kessen powackelnden Entengang zusammen  mit Saxofon-Ass Joe Leader animiert er zum Mitsingen.

Nomen est omen? Von wegen perfekt! Rund 200 Meter lang war der Lindwurm vor der Arena. „Das geht gar nicht! Unverschämheit!“, schimpften Ronald Habdank und seine Frau aus Hüttisheim wie viele der teils von weither Angereisten, darunter auch zahlreiche italienische Landsleute. Aus produktionstechnischen Gründen – hieß es – habe sich der angekündigte Einlass ab 18.30 Uhr um 20 Minuten verzögert. Doch bei Ramazzottis „Guten Abend Ulm. Wie geht’s?“ war im Jubel schnell alles paletti.

Älter ist Ramazzotti geworden, Kurzhaarbürste und Stoppelbart grauer. Ein echter Kerl mit Tattoos auf den Armen, der alles gibt. Mal wirbelt er über Gitarrensaiten, mal haut er in  Klaviertasten („Tra vent’anni“). Er klettert auf Verstärkerboxen, streift dutzende Hände und schreit sich die Seele aus dem Leib. Sein Deutsch mit Italo-Charme beschränkt sich auf „Dankescheen“, „Superdankescheen“, „Alle zusammen!“ und immer wieder „Ulm“. Egal. In Mitsing-Hymnen wie „Se bastasse una canzone“, „Adesso tu“  oder in Schmuse-Balladen wie „Un angelo disteso al sole“ dreht sich alles um das Leben mit viel Amore und Rock-Appeal.

Alte und neue Kracher zündet der 53-Jährige, der seit seinem Durchbruch im Jahr 1984  als Sieger beim Nachwuchswettbewerb in San Remo weltweit rund 55 Millionen CDs verkaufte. Die Acht-Mann-Band hinter ihm – eine Bank. Klasse die attraktiven Background-Sängerinnen Monica und Roberta, die schließlich auch solistisch glänzen. Bombastisch ist der Sound, bombastisch auch das mit Licht, Laser und Brimborium in Video-Fantasiewelten arg überfrachtete Multimedia-Spektakel.

Im Zugabenteil reißt „Fuoco nel Fuoco“ von den Sitzen. Mit „Più bella cosa“ heißt es nach zwei Stunden „Ciao“ – mit Hoffnung auf ein Arrividerci.

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