Aus „Herwig“ wird „Hans im Glück“: Erneut Gastronomie statt Handel in Ulm

Nach dem Aus für die Buchhandlung Herwig am nördlichen Münsterplatz zum Jahreswechsel zieht dort 2018 dann die Münchner Burgerkette „Hans im Glück“ ein.

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Ein Burgergrill folgt 2018 auf Herwig.  Foto: 

In der Ulmer Innenstadt löst die Systemgastronomie zunehmend den Handel ab. Dies zeigt sich nun auch am Standort der Buchhandlung Herwig, der beim Verkauf des Unternehmens an Osiander nicht mit übernommen wurde. Nach Auslaufen des Mietvertrags mit Herwig zum Jahresende wird sich in den bisherigen Ladenräumen am nördlichen Münsterplatz die Burgerkette „Hans im Glück“ (München) mit einem neuen Lokal ansiedeln. Das bestätigte auf Anfrage Vermieter Peter Werdich. Der Eröffnungstermin soll im ersten Quartal 2018 sein. Werdich hat Signale aus dem Rathaus, dass das Vorhaben positiv betrachtet wird, zumal sich im Umfeld ebenfalls Gastronomie befindet. „Hans im Glück“ wäre dann nach dem neuen „Barfüßer“ und der geplanten Ansiedlung von Vapiano bei Honer der dritte Fall, in dem Ladengeschäfte zu Flächen für Systemgastronomie werden.

Trend zum Wandel von Flächen

„Hans im Glück“ mit seiner auffälligen Inneneinrichtung mit Baumstämmen wird das Restaurant im Erdgeschoss einrichten. Es gibt im Untergeschoss weitere Nebenflächen, insgesamt geht es um etwa 700 Quadratmeter. Die Herwig-Flächen im Obergeschoss will Werdich womöglich in eine größere Wohnungen umwandeln. Es gibt bereits weitere Wohnungen in dem Gebäude, das er vor mehreren Jahren von Teppich Eierstock erworben hatte.

Peter Werdich sagte, es gebe derzeit eine noch zunehmende Trendphase zur Umwandlung von Einzelhandels- in Gastro-Flächen. Man beobachte bei Werdich diese Entwicklung in den Städten auch mit Blick auf die rund 40 Schuhgeschäfte des Familienunternehmens (Sitz in Dornstadt) sehr aufmerksam.

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Kommentare

14.09.2017 12:57 Uhr

Die Praxis Ulmer Vermieter entbehrt nicht einer gewissen Beliebigkeit

Nachdem heute vor 150 Jahren erstmals die Kritik der politischen Ökonomie am Beispiel des Kapitals in Hamburg erschien und Karl Marx bereits im Nachwort zur zweiten Auflage ausdrücklich forderte, dass es auch künftig gilt, die "verschiednen Entwicklungsformen zu analysieren und deren innres Band aufzuspüren" (MEW 23: 27), erstaunt umso mehr, dass Ulmer Vermieter angesichts dessen dem Aphorismus "Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen" eine größere Bedeutung beimessen. Es nimmt in der Konsequenz daher nicht wunder, wenn sie Verträge mit Gastronomen abschließen anstatt mit Buchhändlern. Ob allerdings solch ein Gebaren den von Natur aus gestellten Anforderungen genügt, ist höchst zweifelhaft. Mithin erscheint es zumindest wirtschaftlich nicht begründet zu sein und besitzt somit eine gewisse Beliebigkeit.

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14.09.2017 12:38 Uhr

Ich frage mich nur ...

... woher die Kunden für die Gastronomie irgendwann einmal kommen sollen, wenn sich der Handel nach und nach zurückgezogen hat.

Ich zumindest würde niemals in die Ulmer Innenstadt fahren, nur um dort etwas zu essen. Das ergibt sich eher als Nebeneffekt, wenn man sowieso in der Stadt ist.

Aber welchen Grund gíbt es noch, in die Stadt zu fahren, wenn der Handel verschwunden ist?
Keinen. Außer alle paar Jahre mal den Turm vom Münster zu besteigen.

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