Erdmännchen am Ende des Tunnels

Die Männer des Ulmer Baubetriebshofs bauen kuriose Sonderanfertigungen: Erdmännchentunnel, Primatenschlafhöhlen und Strandkörbe.

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Mitarbeiter des Baubetriebshofs beim Tunnelbau - für Tiere. Foto: Oliver Schulz

Nicht nur am Albaufstieg der Schnellbahntrasse Wendlingen-Ulm laufen die Tunnel-Arbeiten auf Hochtouren. Sondern auch im Tropenhaus des Ulmer Tiergartens. Dort wurden am Mittwoch im roten Sand "flexible Leerrohre" vergraben. Zwei Mitarbeiter des Baubetriebshofs richten derzeit das neue Erdmännchen-Gehege ein. Außer dem Tunnelsystem wird noch eine Holzkiste mit mehreren Ausgängen tief im Sand verbuddelt. Das reicht als Wüstenappartement für die südafrikanischen Erdmännchen.

Die 28 Männer der Baubetriebshof-Werkstätten mit Sitz Am Kaltwässerle bauen "alles selbst, was wir in der Stadt benötigen", sagt Fachgebietsleiter Herbert Ruopp. Das können Holzstützen für die Dauer-Baustelle Wilhelmsburg oder Antibiber-Uferbefestigungen am Oberen Ausee sein, womit wir wieder im Tiergarten gelandet sind.

Gerade dort ist das Können der betriebshofeigenen Schreiner, Schlosser und Zimmerleute gefragt. Denn Tierpfleger Thomas Kellhofer hat aus Erfahrung ganz genaue Vorstellungen, wie eine "Primatenschlafbox", sprich Affenhöhle, auszusehen hat - mit Schubboden zur unaufwändigen Reinigung. "Solche speziellen Aufträge werden von Firmen nur ungern angenommen", sagt Ruopp. Denn der Aufwand ist groß, die Stückzahl gering. Je nach Größe hat eine Primatenschlafbox einen Wert von bis zu 200 Euro.

Da zu den Primaten streng genetisch gesehen auch die Menschen gehören, war es für die Männer vom Baubetriebshof ein Leichtes, eine Art Schlafboxen für die Ulmer zu bauen: Strandkörbe aus Holz. Einer steht an der Blauinsel und der zweite am Donauufer unterhalb des Galgenbergs. Auf Eichenholzbänken können von beiden Seiten aus - je nach Windrichtung - je vier Menschen Platz nehmen. Da die Strandkörbe das ganze Jahr über im Freien stehen, sind sie von einem "pulverbeschichteten, verkehrsgelben Blech umgeben", erklärt Ruopp.

Demnächst wird sein Team erst recht zu tun haben, wenn es den Nabada-Teilnehmern in den städtischen Werkstätten beim Bauen der Themenschiffe hilft. Und sollte beim Training fürs Fischerstechen ein Stechpaddel abbrechen, sind ebenfalls die Allrounder vom Ulmer Baubetriebshof gefragt.

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