Engagiert in Ulm - Informationsveranstaltung zum Ehrenamt

Ehrenamtlich engagieren - gern, aber wo? Um diese Frage zu beantworten, hat die Ulmer Initiative "Engagiert in Ulm" am Dienstagabend sechs Einrichtungen eingeladen, sich vorzustellen. Das Thema ist: "Gegen Ausgrenzung und Armut".

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Ehrenamtliche Helfer gesucht: Am Dienstagabend hat "Engagiert in Ulm" sechs Initiativen eingeladen, sich vorzustellen.  Foto: 
Viele würden gern ehrenamtlich aktiv sein, wissen aber nicht so recht, wie und wo das möglich ist. Zwar gibt es in Ulm die Freiwilligenmesse, aber nur alle zwei Jahre. "Zu selten", meint Gabriele Mreisi, Leiterin von "Engagiert in Ulm". Aus diesem Grund organisiert ihre Einrichtung zweimal im Jahr einen Informationsabend, an dem sich verschiedene Initiativen vorstellen.

2012 hatten sie mit dem Thema "Kinder und Jugendliche" angefangen, am Dienstagabend geht es um Ausgrenzung und Armut. "Wir bieten Leuten, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, die Möglichkeit, sich ganz form- und zwanglos über Einrichtungen in Ulm zu informieren", sagt Mreisi.

"Engagement to go" lautet der Titel der Veranstaltung. Beginn ist 19 Uhr in der Vorhalle des Einsteinhauses. In knapp zwei Stunden stellen sich sechs Einrichtungen mit einer kurzen Präsentation vor. Danach ist ein persönlicher Austausch möglich und auch gern gesehen. "Die Leute sollen sich zu nichts verpflichtet fühlen, sondern den Abend zum Sammeln von Anregungen nutzen", sagt Mreisi. Vertreten sind neben dem Deutschen Roten Kreuz und der Caritas, der Förderkreis für werdende Mütter, die Aidshilfe, die gemeinnützige GmbH Neustart und die Vesperkirche Ulm.

Ehrenamtlich engagieren gern, aber wo und wie? Vier Einrichtungen aus Ulm kurz vorgestellt: 

Förderkreis für werdende Mütter in Bedrängnis
"Zu uns kommen nicht nur werdende Mütter, sondern meist Familien mit mehreren Kindern, die sich grundlegende Dinge nicht leisten können", sagt Ursula Bürzle. Die 69-Jährige engagiert sich seit 13 Jahren beim Förderkreis. Montags und dienstags können sich Familien, die vom Sozialamt als bedürftig eingestuft wurden, Spielsachen, Bettwäsche und Kleidung kostenlos aussuchen. "Wir betreiben eine Art Laden und verteilen Sachen, die uns gespendet wurden", sagt Bürzle.

Der Förderkreis sucht dringend nach weiteren Helfern, da gerade im Winter die Not sehr groß sei und mit elf ehrenamtlichen Mitarbeitern kaum alle Familien zu versorgen seien. Aufgabe der Ehrenamtlichen ist, den Laden zu betreuen, die Sachen zu sortieren und bei der Ausgabe an die Familien zu helfen. 
 
Aidshilfe Ulm
Zum ersten Mal stellt sich die Aidshilfe bei "Engagiert in Ulm" vor. Dort arbeiten 20 ehrenamtliche Helfer. Sie untersützen die Aidshilfe an Aktionstagen, wie dem Weltaidstag am 30. November. Wer sich längerfristig engagieren will, kann HIV-Patienten in ihrem Alltag beispielsweise zu Arztterminen begleiten. "Wir haben im Alb-Donau-Kreis Kontakt zu 150 HIV-positiven Menschen", sagt Bernhard Eberhardt. Der 41-Jährige engagiert sich seit über zehn Jahren bei der Aidshilfe. "Wer ehrenamtlich bei uns mitarbeiten will, muss für gewisse Lebensentwürfe offen sein", betont Eberhardt. Heißt: Homophobie darf kein Thema sein. 

Neustart
Die gemeinnützige GmbH Neustart betreut strafrechtlich verurteilte Personen. Ehrenamtliche arbeiten dort als Bewährungshelfer. "Sie übernehmen eine Doppelrolle - helfen bei Behördengängen oder dem Ausfüllen von Formularen und sie kontrollieren gleichzeitig, wie sich die betreute Person entwickelt", erklärt Hans Peter Strobel, Einrichtungsleiter von Neustart Ulm. Dabei übernehme ein ehrenamtlicher Bewährungshelfer nie Sexualstraftäter, Fälle schwerer Gewalt oder schwerer Sucht.

"Es ist zwar eine anspruchsvolle Tätigkeit, aber wir begleiten unsere Ehrenamtlichen so, dass ihre Aufgabe sie nicht überfordert." So gibt es regelmäßige Treffen mit hauptamtlichen Bewährungshelfern, die immer beratend zur Seite stehen. Wer sich bei Neustart engagieren will, muss 15 Stunden pro Monat für diese Arbeit investieren können und bereit sein, langfristig einen Straftäter zu begleiten. "Meist betreuen wir die Leute zwei bis drei Jahre", sagt Strobel. 

Vesperkirche Ulm
Mahlzeiten verteilen, Teller spülen, organisieren und eine angenehme Atmosphäre schaffen, sind Aufgaben der Ehrenamtlichen. Im Januar versorgt die Vesperkirche Bedürftige vom Mittagessen bis zur Vespertüte für den Abend. "Das gemeinsame Essen ist aber nicht ausschließlich für Bedürftige, sondern für Menschen aller Gesellschaftsschichten. Es geht um das Miteinander", sagt Walter Süß, der sich seit acht Jahren bei der Vesperkiche engagiert. Etwa 10.000 Essen werden in der Pauluskirche verteilt. Dafür braucht es etwa 30 Helfer am Tag.
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