EM-GEGNER: Dänischer Dip soll Gegentore versüßen

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Lea Knudsens Herz schlägt für Dänemark. Foto: Lars Schwerdtfeger

Nur 0,08 Prozent der Ulmer Bürger besitzen einen dänischen Pass. Neun Männer, sechs Frauen. Eine davon ist Lea Knudsen. Die 44-Jährige fühlt sich pudelwohl in der Münsterstadt, wo sie nun fast 20 Jahre zu Hause ist. Morgen aber wird sie sich wohl ein wenig einsam fühlen. Ihr Mann, ein Schwabe, hat 15 Freunde zur EM-Partie Deutschland - Dänemark eingeladen. Allesamt Fans des DFB-Teams, genau wie die Söhne (8 und 12 Jahre) des Paares, die fußballtechnisch zum Papa halten. Das Wohnzimmer, sagt Knudsen, die im Projektmanagement tätig ist, haben ihre drei Männer Schwarz-Rot-Gold dekoriert, Tröten, Fahnen, Mützen. Morgen will sie dagegen halten, die dänische Fahne schwenken. Denn bei aller Gastfreundschaft, in Sachen Fußball schlägt ihr Herz für Dänemark. Auch wenn die 15 Gäste dann keinen ganz so schönen Abend haben werden. "Ich will aber nicht, dass wir Deutschland rausschmeißen", sagt die 44-Jährige. "Das kann ich meiner Familie nicht antun. . ." Ihr Vorschlag zur Güte: Unentschieden. Dann aber müssten die Niederlande mit einem Sieg über Portugal die Dänen ins Viertelfinale schießen. Um den deutschen Gästen das Punkteteilen zu versüßen, will Lea Knudsen leckeren, aus der Heimat exportierten, dänischen Dip servieren. Vormachen kann ihr morgen jedenfalls keiner was. Knudsen kennt sich aus im Fußball - zehn Jahre hat sie in ihrer Jugend gekickt, zwei ihrer Brillen sind auf dem Spielfeld zu Bruch gegangen. Nach der Niederlage gegen Portugal an diesem Mittwoch ist sie leicht depressiv, sagt sie. Ganz hat sie die Hoffnung aber nicht aufgegeben. 1992 ist Dänemark zuletzt überraschend Europameister geworden, ein 2:0-Erfolg gegen Deutschland. "Da wirds mal wieder Zeit . . .", sagt sie.

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