Elfjähriges Kind missbraucht: Lange Haftstrafe

Ein 44-Jähriger ist am Montag vom Landgericht Ulm wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden.

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Der Mann hatte gleich zu Beginn des Prozesses zugegeben, die elfjährige Tochter seiner erst im Oktober 2010 angeheirateten Frau mehrfach missbraucht zu haben. Er entschuldigte sich für sein Verhalten und ist zwischenzeitlich wegen seiner pädophilen Neigung auch in Behandlung.

Doch die Einsicht kam zu spät. Denn schon vor 15 Jahren hatte es deutliche Anzeichen dafür gegeben, doch wirklich etwas unternommen hat er nicht. „Ich habe das Schleifen lassen“, gab der Mann vor Gericht zu. Das Opfer dieses „Schleifenlassens“ ist die Elfjährige, die er über ein Jahr lang missbraucht und sich dessen Stillhalten buchstäblich erkauft hatte, wie die Oberstaatsanwältin sagte. Immer wieder hatte der Stiefvater die Erziehung der Mutter unterlaufen und Verbote heimlich aufgehoben, um sich das Kind gefügig zu machen.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sprach von einem „ekligen und äußerst wüsten Fall“. Sie hatte, unterstützt von der Nebenklägerin, vier Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger beantragte kein bestimmtes Strafmaß, bat das Gericht aber, angesichts der besonderen Umstände wie eines festen Arbeitsverhältnisses seines Mandanten über eine Bewährungsstrafe von dann nicht höher als zwei Jahren Haft nachzudenken. Mit dem Urteilsspruch ist diese Möglichkeit aber ausgeschlossen. Der 44-Jährige muss ins Gefängnis.

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