Büttenabend im Barfüßer: Elf in der Bütt

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Sie gehören zu jenen Zeitgenossen, die sich keinen Witz merken und deswegen kaum einen erzählen können? Ihnen kann mit den Büttenabenden im Neu-Ulmer Barfüßer geholfen werden. Dort werden viereinhalb Stunden lang Witze und schwäbische Wortspiele abgefeuert. Da bleibt auf jeden Fall etwas hängen.

Elf Männer und Frauen standen am Freitag und Samstag in der Bütt und boten ein Programm, das vom Publikum mit stehendem Applaus bedacht wurde. Die Büttenabende zugunsten der Aktion 100 000 und Ulmer helft sind legendär und haben ihr Publikum: Essen und Trinken stiftet der Gastronom Ebbo Riedmüller, für die Bühnentechnik sorgt Wolfgang „Mosi“ Moser. Sie und die Büttenredner arbeiten an diesen Abenden für die Hilfsaktion unserer Zeitung. Dabei ist sich Ebbo Ried­müller nicht zu schade, für Stimmung zu sorgen. Er schwört die Leute ein – und wurde durch den Kakao gezogen, nämlich von Lothar Beck, der zum ersten Mal in der Bütt auftrat und zwar als „der Neu-Ulmer“. Der fand: „Die Spende des Abends geht an Ebbo, dass der sich mal eine anständige Hose kaufen kann.“ Zuvor fand Beck bei den Medienberichten über den abgesoffenen Schrottkahn: „Ich hab’ gedacht, das ist Ebbos Luxusdampfer.“ Von OB Noerenberg, den „sexiest OB, den Neu-Ulm derzeit hat“ wusste Beck: „Letzte Woche hat der bei den Seejockeln gelacht, jetzt ist sein Lachkontingent erschöpft.“

Die Männer in der Bütt wie etwa Lothar Beck und Achim Götz als „der Oberelchinger Wegmacher“ rissen schon mal Zoten und betonten die Unterschiede zwischen Männern und Frauen, Beck nämlich so: „Die Welt ist grausam zu den Männern, Männer wollen nichts als ihre Ruhe.“ Wenn Frauen fragen würden, ob sie was gesagt haben, lautet die Antwort: „Nein, das war gestern.“

Die Frauen in der Bütt nahmen sich das Große, Ganze vor: Petra Häußler als „d’ Oma aus Langenau“ erzählte in Reimform davon, wie sie online einen Plüsch-Stier shoppen will, ihr am Ende aber ein ausgewachsener Stier geliefert wird. Maria Breitinger als „schwäbisches Original“ berichtet davon, wie sie unter die Nacktbader geraten ist, dort Bürgermeister, Pfarrer und ihren Gatten trifft: „Lauter Nudisten – und ich hab’ gedacht, das wären Christen.“ Bruni Felk kam mit Krone auf dem Kopf und in die amerikanische Flagge gehüllt auf die Bühne. Ihr Berufswunsch: „Wenn Donald Trump in Amerika Präsident wird, dann kann ich in Deutschland Bundespräsidentin werden.“ Damit ist sie gescheitert, was an so wichtigen Dingen wie Geldbeutel und Frisur lag.

Der amerikanische Präsident bot auch „D’Seflingern“ Stoff: „Donald, oh Donald, du bist ein Mann, dem man nicht vertrauen kann“, sangen Reinhold Eichhorn, Otto Schempp, Hansjörg Anger und Erwin Schmid. Die vier aus „der Stadt der schönen Männer“ wussten, dass Amerika nicht auf dem Holzweg ist, sondern auf dem „Trumpelpfad“. D’ Seflinger teilten aus: Ob an Erdogan, der „das Osmanenreich“ wiederbringen will oder an Landespolitiker, „die Probleme in der Mitte anpacken, weil sie von hinten und vorn keine Ahnung haben“.

Zum Nachwuchs in der Bütt gehört Julia Götz (24), Tochter von Achim Götz: Sie erzählte im Bademantel von ihrem Aufenthalt als Patientin im Neu-Ulmer Krankenhaus, bei dem der Arzt sie begrüßte mit: „Was soll Ihnen denn fehlen? Sie haben doch schon alles.“ Julia Götz lobte das Publikum in Neu-Ulm als eines, das „herkommt, weil es die Reden hören will“. Das Küken in der Bütt ist Miriam Eichhorn. Die 14-Jährige reißt gekonnt-gelassen Witze über Schule und Familie. Die schreibt ihr Opa Karl-Heinz Eichhorn, der früher als „Gärtner Zwiebel“ oft der Star in der Bütt war. Unter den Büttenrednern gebe es schon einen Wettkampf, erzählt Miriam. „Man will schon gut sein.“ Das ist gelungen. Gut waren sie alle.

Sitzplätze gibt es am Büttenabend im Barfüßer. Am Freitag und Samstag waren alle belegt. Die Ersten hatten am Freitagabend wieder bestellt und Plätze fürs nächste Jahr reserviert.

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