Einmal China und zurück

Hochmotiviert, modern und professionell: Einen sehr inspirierenden Abend lieferten die 70 Musiker der Jungen Bläserphilharmonie Ulm am Samstag mit ihrem Jahreskonzert im Congress Centrum ab.

|
Konzentriert bei der Sache: die Musiker der Jungen Bläserphilharmonie Ulm.  Foto: 

Dem Gründer der Ulmer Knabenmusik Udo Botzenhart, im April dieses Jahres verstorben, galt am Samstag eine Gedenkminute im gut gefüllten Einsteinsaal des CCU. Danach legten sich die rund 70 Musiker des 2002 in Junge Bläserphilharmonie Ulm umbenannten und seitdem auch für Mädchen geöffneten Orchesters hochmotiviert ins Zeug. Dirigent und Spiritus Rector Josef Christ hatte es in keiner Phase nötig, mit Wucht und dramatischer Gestik aufs Orchester einzuwirken.

Man ging mit viel Spaß ans Werk, der Mann am Pult strahlte Ruhe aus - die eigentliche Arbeit, wie er im Gespräch sagte, war ja mit den intensiven Proben vor der China-Reise im Sommer getan. Und das war im Jahreskonzert zu hören. Ein Selbstdarsteller als taktstockschwingendes Rumpelstilzchen wäre ganz fehl am Platz.

Nette Randnotiz: Alle Orchestermitglieder hatten für den festlichen Abend schwarze Garderobe gewählt, die Damen fast ausschließlich die highesten Heels - Corporate Identity auf der Bühne. Nur ein Jungmusiker hatte sich für "rote Socken" entschieden.

Das umfangreiche Eröffnungsstück war klug gewählt, zu einem bekannten Paganini-Thema konnten sich nahezu alle Solisten mit ihren Instrumenten vorstellen. Schon an dieser Stelle viel Beifall. Dann ein beeindruckendes Bariton-Solo über Verdis La Traviata und noch vor der Pause Armenische Tänze. Eine schöne Ensemble-Leistung, die Komposition atmete aber entgegen aller Vermutung eher eine gewisse amerikanische Modernität.

Im zweiten Teil Chinesisches, gefolgt von Leonard Bernsteins West Side Story. Dann die große Zeit des 19-jährigen Simon Traub, nebenbei Konzertmeister der jbu. Ärmel hochkrempeln für das Concerto for Clarinet von Artie Shaw. Er präsentierte dieses anspruchsvolle Solostück professionell und beeindruckend cool. Beachtlich sein Selbstvertrauen auch, weil er sich zuvor im Tutti-Spiel keineswegs geschont hatte. Respekt!

Seine engagierte Kollegin am Altsaxophon, selbst Solistin in Chick Coreas Jazztitel "Spain", durfte Simon Traub als Erste gratulieren. Zugaben boten dann noch einmal die Gelegenheit, fetzige Soli zu genießen. Den Abend eröffnet hatte das Nachwuchsorchester (9 bis 13 Jahre). Maestro Christ widmet sich auch dessen Ausbildung und hatte zwei Stücke ausgewählt, die für diese Altersklasse nicht ohne Anspruch sind. Klar, hier ist die Tongestaltung noch im Werden, aber in Sachen Rhythmus und Interpretation sind die Kids schon gut dabei. Für alle Bläserfreunde ein sehr inspirierender Herbstabend am heimischen Donau-Ufer.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ortsname Merklingen wird auf Twitter für rechte Parolen missbraucht

Tweets mit fremdenfeinlichen Äußerungen unter dem Schlagwort „#Merklingen“. Bürgermeister Sven Kneipp: „Wir können da drüber stehen.“ weiter lesen