Einigung über Sozialplan am RKU: Geschäftsführung zahlt 1,8 Millionen Euro

Nach zähen Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung am RKU steht der Sozialplan: Die 60 Mitarbeiter erhalten Abfindungen in Höhe von 1,8 Millionen Euro.

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Nach dem ersten Verhandlungstag am Montag vergangener Woche waren sich die beiden Parteien zwar nähergekommen; am Freitag darauf, beim zweiten Termin zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung der Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU), schien eine Einigung jedoch in weite Ferne gerückt. „Die Verhandlungen waren festgefahren und standen kurzzeitig auf der Kippe“, berichtet Edwin Zell, Vorsitzender des Betriebsrats. Nach interner Beratung im Arbeitnehmergremium wurden die Gespräche schließlich fortgesetzt – mit einem Ergebnis gegen 24 Uhr. Die 60 RKU-Mitarbeiter werden demnach über einen Sozialplan in Höhe von 1,8 Millionen Euro abgefunden. Enthalten sind darin die Regelabfindungen sowie ein Fonds, „mit dem soziale Härtefälle gemildert werden sollen“, heißt es in einer Pressemitteilung der RKU-Geschäftsführung.

Dr. Uwe Gretscher, RKU-Geschäftsführer und Generalbevollmächtigter der Sana-Kliniken AG Region Südwest, hatte im vergangenen Frühjahr verkündet, die hauseigene Küche zu schließen, insgesamt 75 Stellen zu streichen und dadurch 800.000 Euro pro Jahr einzusparen. Betroffen von den Plänen waren hauptsächlich Frauen, die in der Küche, der Cafeteria, im Service, in der Hauswirtschaft gearbeitet haben – außerdem Mitarbeiter der Haustechnik.

Der Betriebsratsvorsitzende wertet das Ergebnis als Erfolg, „wenngleich wir mit anderen Zielen in die Verhandlungen gegangen sind, vor allem vor dem Hintergrund, dass das RKU wirtschaftlich sehr gut dasteht.“ Die 60 Mitarbeiter werden pro Beschäftigungsjahr eine rechnerische Abfindung in Höhe von 1,13 Monatsgehältern erhalten. 11 schwerbehinderte Frauen werden zusätzlich mit je 3000 Euro abgefunden, 35 Mitarbeiter mit Kindern bekommen pro Kind 2000 Euro vergütet. 15 Mitarbeiter sind entweder im Haus versetzt worden oder haben außerhalb eine Stelle gefunden.

RKU-Mitgeschäftsführer Matthias Gruber spricht von einer „einstimmigen Entscheidung von Arbeitgeber und Betriebsrat unter richterlicher Leitung“. Dies unterstreiche die Ausgewogenheit des Sozialplans. Das RKU habe „die notwendigen Personalanpassungen wie versprochen so sozialverträglich wie möglich gestaltet“.

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Kommentare

05.03.2013 17:48 Uhr

Gratulation!

Da kann man den Mitarbeitern nur gratulieren. 30000 Euro durchschnittlich für jeden. Beim heutigen Arbeitsmarkt dürfte es den meisten nicht schwerfallen, etwas Neues zu finden.

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