Eine Stütze im Unterricht für Kinder mit Handicap

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Die Kursteilnehmer wissen nun weit besser Bescheid über ihre Aufgaben. Vorne links Petra Dörflinger von der Arbeitsgemeinschaft Inklusion Heidenheim, neben ihr die Leiterin der Familienbildungsstätte, Andrea Bartels, in der zweiten Reihe links Heike Leppert von der Familienbildungsstätte. Foto: Beate Storz  Foto: 

Eines Schulbegleiters Aufgabe ist nicht, ein Kind zur Schule zu begleiten. Seine Aufgabe ist, ein behindertes Kind während des Unterrichtes zu begleiten. Eltern behinderter Kinder können heute selbst bestimmen, ob die Kinder eine Regel- oder Sonderschule besuchen. Das Recht auf inklusiven Schulbesuch ist im Schulgesetz des Landes Baden-Württemberg verankert.

Doch oft brauchen die betroffenen Kinder Schulbegleiter. Sie sitzen neben dem Kind in der Schulklasse und geben Hilfe, wo immer sie nötig ist. Meist werden die Schulbegleiter von sozialen Einrichtungen gestellt. Eine Ausbildung dafür gab es bisher nicht. Das ändert sich nun. In Ulm nahm sich die Familienbildungsstätte des Themas an. Die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uni-Klinik haben ein Schulungskonzept herausgearbeitet, und die Familienbildungsstätte nutzte dieses Konzept.

Unter der Leitung von Heike Leppert von der Familienbildungsstätte und Petra Dörflinger von der Arbeitsgemeinschaft Inklusion Heidenheim wurden die 17 Teilnehmer über rechtliche Grundlagen aufgeklärt, erlernten praktische Arbeitsformen und erhielten Hintergrundinformationen über Krankheitsbilder.

„Wir halten es für unabdinglich, dass Schulbegleiter eine hochwertige Schulung bekommen. Damit setzen wir Standards, die allen Beteiligten zu Gute kommen“, erklärt Petra Dörflinger. Möglich war die Schulung durch Fördergelder der Baden-Württemberg-Stiftung. Die Teilnahme war für die Schulbegleiter kostenlos. Auch die Schulung der Kursleiterinnen erfolgte mit Stiftungsgeldern. „Im ganzen Land wurden nur 16 Multiplikatoren ausgebildet, die ihr Wissen wiederum an die Schulbegleiter weitergeben. Ich hoffe, wir können nächstes Jahr wieder eine Schulung finanzieren“, erklärt Heike Leppert.

Ein Drittel von ihnen kam aus Heidenheim, die anderen aus Ulm, Neu-Ulm und dem Alb-Donau-Kreis. Nach zweieinhalb Tagen bekamen die Teilnehmer ein Zertifikat. In der Schulung stellte sich heraus, dass es noch große Kommunikationsprobleme zwischen Schule und Begleitern gibt. Missverständnisse bestünden im Aufgabenbereich, manche Lehrer seien über das schiere Dasein der Schulbegleiter irritiert.

„Die Schulbegleiter sind nicht die Aufpasser der behinderten Kinder oder für die Vermittlung des Lernstoffes zuständig. Sie bieten ihnen Hilfe an, wenn diese benötigt wird“, grenzt Leppert die Aufgaben ab. Die Schulbegleiter ihrerseits fanden den Austausch mit anderen sehr ertragreich. Deshalb wurde ein Stammtisch ins Leben gerufen. Bei der Übergabe der Zertifikate war auch der Inklusionsbeauftragte der Stadt Ulm, Oliver Arnold da: „Gut, dass es euch gibt. Ich habe gerade einen Fall, bei dem ein Kind seit Wochen nicht in die Schule gehen kann, weil die Begleiterin krank ist. Wir brauchen noch viel mehr von Euch.“

Manuela Kern ist seit Mai dieses Jahres Schulbegleiterin an einer Grundschule in Schelklingen: „Die Schulung kann ich jedem empfehlen.“ Seit September ist Birgit Soika als Schulbegleiterin tätig. Sie fand die praktischen Tipps und die Gespräche mit den anderen Teilnehmern gut. „Hier wurden alle Themen behandelt, die ich für meine Arbeit brauche.“

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