Eine Kämpferin für den Frieden ist gestorben

Rosa Schneider war eine Ikone der Friedensbewegung in Ulm. Die Freidenkerin starb plötzlich am Samstag im Alter von 92 Jahren.

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Rosa Schneider, hier kurz vor ihrem 90. Geburtstag, war bis zuletzt für ihre Ideale aktiv. Foto: Lars Schwerdtfeger

Eine Friedensaktivistin, die nach dem Krieg mangels Wohnung eine Zeitlang in einer Kaserne gelebt hat. Eine gläubige Christin, die der Kirche den Rücken kehrte und zu den Freidenkern stieß. Eine liebenswürdige Oma, die in ihrer Wohnung einem Bild des kubanischen Revolutionsführers Che Guevara einen Ehrenplatz einräumte. All das war Rosa "Rosl" Schneider. Die gebürtige Ulmerin, die sich bis zuletzt in ihrer Wohnung auf dem Eselsberg selbst versorgt hat und einen großen Bekanntenkreis pflegte, war eine Kämpferin für den Frieden. Die letzte Veranstaltung vor ihrem Tod, bei der sie Weggefährten traf, war die Feier der Freidenker zum 8. Mai, dem Tag des Kriegsendes.

Die Tochter eines Berufssoldaten war als Jugendliche Mitglied der NS-Mädchenorganisation. Ernüchtert wandte sie sich nach dem Krieg ihrem Einsatz für den Frieden zu, später zusammen mit ihrem Mann. In diese Zeit fiel ihre Abkehr von der Kirche, die es "immer mit den Herrschenden" gehalten habe. Rosa Schneider demonstrierte gegen den Krieg in Vietnam, gegen Wehrpflicht, Nato-Doppelbeschluss, Atomkraft - nicht nur in Ulm, sondern bundesweit. In ihrer Heimatstadt gehörte sie zu den Gründerinnen der "Frauen für den Frieden".

Im Alter verzichtete die Witwe auf anstrengende Protestaktionen. Ihre Haltung aber blieb eindeutig. Entscheidend war für sie nicht der Erfolg, sondern: Es probiert zu haben. Sie formulierte es einmal so: "Für seine Überzeugung eintreten, darauf kommt es an."

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