Eine Familie aus drei Blickwinkeln

Als Buchtipp des Monats empfiehlt die Neu-Ulmer Buchhandlung Renate Schmiedel "Der Rest ist Schweigen" von Carla Guelfenbein.

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Renate Schmiedel und ihr Lesetipp: "Der Rest ist Schweigen" von Carla Guelfenbein. Foto: Lars Schwerdtfeger

Der Familienroman "Der Rest ist Schweigen" wird aus der Sicht dreier Personen erzählt: vom kleinen Tommy, seinem Vater Juan und seiner Stiefmutter Alma. "Jeder spricht in seiner eigenen Sprache, und aus diesen drei unterschiedlichen Stimmen entsteht ein Bild der tatsächlichen Verhältnisse in der Familie", erläutert Renate Schmiedel.

Ort der Handlung ist Santiago de Chile. Tommy, ein zarter, sensibler Junge, der mit einem transplantierten Herzen lebt, verlor mit drei Jahren seine Mutter. Sie ist plötzlich erkrankt und gestorben, sagte der Vater dem Kind. Auch dessen zweite Frau Alma weiß nichts anderes.

Als Zwölfjähriger, der gern Erwachsene belauscht, erfährt Tommy auf einem Familienfest, dass seine Mutter Selbstmord beging. Viele Gedanken gehen ihm durch den Kopf. Er will wissen, welche Umstände zum Tod seiner geliebten Mutter geführt haben, und beginnt zu recherchieren. In seinem Computer entsteht der Ordner "Zehn Entdeckungen über Mama".

Weder Alma, die eine gute Beziehung zu Tommy aufgebaut hat, noch der Vater ahnen etwas von den Erkundungen des Jungen. Alma ist durch Zufall Leo, einer alten Jugendliebe, wiederbegegnet, und hat eine leidenschaftliche Affäre mit ihm begonnen. Eines Tages geschieht Dramatisches.

"Diese Familiengeschichte berührt und ist bis zum Schluss spannend, gut erzählt von einer der erfolgreichsten Schriftstellerinnen Lateinamerikas", sagt Schmiedel. Info Carla Guelfenbein: Der Rest ist Schweigen. Aus dem Spanischen von Svenja Becker. Fischer Taschenbuch, 334 Seiten, 9,99 Euro

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