Ein Ziel: Noerenberg verhindern

Wer sagt, Satire sei nicht ernst, hat "Die Partei" nicht verstanden. Deren Neu-Ulmer Kreisverband hat jetzt Axel Wilhelm als OB-Kandidaten nominiert. Damit er antreten kann, fehlen aber noch 340 Unterschriften.

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Ein Teil der "Partei" Neu- Ulm: OB-Kandidat Axel Wilhelm (Mitte), Schatzmeister Jörg Mössle und Schriftführerin Sabine Dröll.  Foto: 

Die Ulmer tendierten schon immer zur Arroganz. Warum ihnen also nicht ein Neu-Ulmer Münster vor die Nase setzen - das einen Zentimeter höher ist? Das Vorhaben mag gewagt klingen, Axel Wilhelm, Vorsitzender des neugegründeten Neu-Ulmer Kreisverbandes der "Partei", ist aber zuversichtlich, dass er sein Wahlversprechen halten kann, sollte er zum Neu-Ulmer OB gewählt werden. "Das spare ich locker im Haushalt ein", sagt er,

"Die Partei" ist eine Satire-Partie - wohlgemerkt keine Spaßpartei, denn "das ist schon die FDP" (Wilhelm) - und wie es sich für Satire gehört, hält sie der Gesellschaft den Spiegel vor. Für Wilhelm ist das etwa die "Verschwendungssucht im Rathaus". Jeden Herbst breche eine Hysterie aus, weil alle Abteilungen ihr Geld ausgeben müssen, sonst wird das Budget gekürzt. Gesetze könne man aber ändern, betont Wilhelm. Auch dass der OB einen Chauffeur hat, findet er unnötig. "Das Geld wäre in Schulen besser aufgehoben, da fehlt es an allen Ecken." Das weiß der 44-jährige alleinerziehende Vater dreier Kinder aus eigener Erfahrung, auch weil er eine Teilzeitstelle als Hausmeister der Grundschule Reutti hat. Da das Gehalt nicht zum Leben reicht, muss er öfter zum Jobcenter. Da hieß es, er müsse jeden Job annehmen, sei er noch so schmutzig, erzählt Wilhelm. "Das hat mich auf die Idee gebracht, als OB zu kandidieren." Neben den langfristigen Zielen, zu denen eine Schwebebahn zwischen Neu-Ulm und Ulm gehört, ist sein kurzfristiges Hauptanliegen: Noerenberg verhindern. Denn dem sei der Elan, etwas zu verändern, abhanden gekommen, meint Wilhelm. Die erste Hürde damit es dazu kommt, ist genommen, Wilhelm wurde von den Parteimitgliedern einstimmig zum OB-Kandidaten nominiert. Allerdings fehlen noch 340 Unterstützer-Unterschriften, so schreibt es das Wahlgesetz vor. Wilhelm empfindet das als undemokratisch, aber "ich vertraue den Neu-Ulmern", sagt er. Und wer lustige Wahlplakate sehen möchte, sollte ab dem 2. Januar auf jeden Fall zu den Bürgerdiensten gehen, wo die Listen ausliegen.

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