Ein Zappelphilipp, der auf der Sinnsuche ist

Mannomann, der Typ hat eine Bären-Kondition. Drei Stunden lang zappelt sich Tobias Mann im nicht ganz ausverkauften Ulmer Zelt von Pointe zu Pointe.

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    Drei Stunden lang ist Tobias Mann im Ulmer Zelt von Pointe zu Pointe unterwegs. Foto: Sophie Krauss
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Die Sinnfrage, die sich Tobias Mann ständig stellt - ist er nun Kabarettist oder doch Comedian? -, wird auch mit seinem neuen Programm "Durch den Wind. Und wieder zurück" und erst recht nach der grandiosen Vorstellung im Ulmer Zelt nicht zu klären sein. Egal auch, denn es kommt allein darauf an, dass seine Spitzen sitzen. Manchmal kommen sie vordergründig platt daher, manchmal aber auch mit sehr viel Hintersinn.

Meist aber hüpft der Zappelphilipp über die Bühne, Grimassen schneidend, sich irre verrenkend, klampfend, sich kaum Pausen gönnend. Nur am Klavier, so scheint es, gestattet sich der Springteufel eine kleine Auszeit, trällert Liedchen mit feinem Spott. Er könnte, wenn er wollte, auch Saxophon und Klarinette spielen, doch er tuts nicht. "weil es sich beim Spielen von Blasinstrumenten", wie er wissen ließ, "gleichzeitig so schlecht singt." Dass er Goethes Faust in fünf Minuten und 20 Sekunden in Rap-Form darbietet, setzt dem Ganzen am Ende die Krone auf. Und das sind auch die starken Momente in seinem Programm.

Wer aber auch ein ernstzunehmender Kabarettist sein will, der köpft sich die politischen Leitwölfe vor. Das ist erprobt, aber nicht gerade innovativ. Und diesbezüglich unterscheidet sich Mann wenig von der Konkurrenz. Nicht nur FDP-Politiker sind dabei willkommene Opfer, vor allem Rainer Brüderle: "Von ihm angemacht zu werden, ist wie von einem Faultier angefasst zu werden: ein bisschen eklig, aber nicht wirklich gefährlich." Den gestürzten CDU-Granden Stefan Mappus setzt er einen Lorbeerkranz auf und drückt ihm eine Harfe in die Hand, "dann brennt er Stuttgart nieder". Und Per Steinbrück ist für ihn kein Kanzlerkandidat, "sondern ein SPD-Feldversuch: Wie weit kommt man, wenn man sagt, was man denkt?"

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