Ein Pullover pro Alpaka und Jahr

Fair gehandelte Alpakawolle und Mode - passt das zusammen? Ja. Den sichtbaren Beweis zeigte der Ulmer Weltladen bei einer Modenschau.

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Schick und fair: Madeleine Schulze trägt ein Kleid und Stulpen aus Alpakawolle.  Foto: 

Das Alpaka ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelart, die vorwiegend ihrer Wolle wegen gezüchtet wird. Die Tiere werden in halbwilden Herden gehalten, die mit ihren Hirten umherziehen - nicht umgekehrt - und nur alle zwei Jahre zur Schur eingefangen werden. Danach sollten nur die besten Fasern der feinen glänzenden Unterwolle versponnen, eingefärbt und verstrickt werden. Im Durchschnitt ergibt die Schur höchstens einen Pullover pro Tier im Jahr.

Verstrickt wird die edle und daher nicht ganz billige Wolle etwa zu Strickjacken, kurzen Kleidern, langen engen Strickröcken, zu Mützen, Stulpen, Rundschals und feiner Unterwäsche. Diese Mode in hübschen Farben und Schnitten zeigten zwölf Models bei einer kleinen Modenschau im Saal der Ulmer Awo-Begegnungsstätte. Wobei: Die Unterwäsche wurde von schlanken jungen Mädchen - lediglich an eine Wäscheleine gehängt. Pech für die zwei Männer, die sich unter die 48 Zuschauerinnen gemischt hatten.

Die meisten Models waren Frauen, die ehrenamtlich im Ulmer Weltladen in der Sterngasse mitarbeiten. Beifall gab es somit einerseits für die mutigen Laufsteg-Damen, andererseits für die Alpaka-Mode. "Wir haben so viel eingekauft, weil die Sachen alle schön sind", sagte Kirsten Tretter, die zusammen mit Sonja Schlenk die Geschäfte des Weltladens führt. Eine Reise war nicht drin im Etat: Geordert wurde in Backnang, die Mode kommt aus Bolivien und Peru.

Unter anderem aus dem peruanischen Raymissa. Dort leben in 20 Dorfgemeinschafen der 4000 Meter hoch liegenden Anden-Gemeinde Tinki die Qero-Indianer, alles Alpakazüchter. Eine Handwerkervereinigung ermögliche den Bauern die Vermarktung ihrer Wolle zu fairen Bedingungen, berichtete Kirsten Tretter. Und: In einer Waschanlage mit Solarheizung wird die Wolle mit warmem Wasser gewaschen. Die Frauen der Züchter stricken von Hand die etwas gröbere Ware. Das feine Material jedoch entsteht an Strickmaschinen in einer Fabrik mit rund 800 Arbeiterinnen.

Wie wird Alpakakleidung gepflegt? Lüften oder kalt waschen - wie es die Alpakas in den Anden mit ihrer Wolle auch tun.

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