Ein Kalender für viele Religionen

Dieser Kalender gibt nicht nur einen Überblick über die Tage des Monats, sondern auch über Feier-, Fest- und Gedenktage der unterschiedlichen Religionen. Ein Ulmer Gemeinschaftswerk für 2015.

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Sie präsentieren das Ulmer Gemeinschaftswerk "Kalender der Religionen": (von links) der katholische Dekan Matthias Hambücher, Bürgermeisterin Iris Mann, Rabbiner Shneur Trebnik und Saliou Gueye von der Koordinierungsstelle Internationale Stadt Ulm.  Foto: 

Die einen feiern Fronleichnam oder Reformationstag, die anderen Rosh Hashana, Opferfest, Nawruz oder Hanamatsuri. Das religiöse Leben in Ulm ist vielfältig geworden - von den 120.000 Einwohnern kommen 46.000 Menschen aus über 160 Ländern. Wie vielfältig genau, das zeigt der erste "Kalender der Religionen" 2015.

Herausgebracht hat ihn der Rat der Religionen, den es seit nunmehr zwei Jahren gibt. "Um Respekt, Toleranz und Verständnis füreinander zu entwickeln, muss man den Anderen kennen und von ihm wissen", sagt Ratssprecher Matthias Hambücher, der katholische Dekan, zur Idee des Kalenders.

Denn in ihm sind jeden Monat die Feier- und Festtage der verschiedenen Kulturen sichtbar gemacht: christliche, muslimische, jüdische, hinduistische, alevitische, buddhistische, orthodoxe und sikhistische. "Da kann man jetzt also nachschauen, warum beispielsweise die Nachbarn an diesem oder jenem Tag festlich gekleidet das Haus verlassen", meint Hambücher zum praktischen Nutzen. Das könnte ja auch ein Grund sein, mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen.

Auf jedem Kalenderblatt ist immer ein großes Motiv, das zur Jahreszeit passt, zu sehen. Darunter kleinere Bilder aus den unterschiedlichen Gemeinden der Stadt. Außerdem das Kalendarium mit den eingetragenen Fest-, Feier- und Gedenktagen. Nach den zwölf Monatsblättern ist der Kalender aber nicht zu Ende, es folgt erst ein Teil mit der Vorstellung der Religionsgemeinschaften und Institutionen in Ulm und abschließend eine Beschreibung der genannten Feiertage und ihrer Herkunft.

Rabbiner Shneur Trebnik, ebenfalls Sprecher des Rats der Religionen, nennt das Fördern von gegenseitigem Verständnis auch eins der Hauptziele des Kalenders. Und weil das gar nicht früh genug beginnen kann, hat der Rat allen Ulmer Kindertagesstätten und Schulen je ein Exemplar zukommen lassen. Damit hofft er, dass religiöse Themen auch in den Alltag miteinbezogen werden können.

Bürgermeisterin Iris Mann staunte bei der Vorstellung: "Es vergeht ja kaum eine Woche, in der es nicht einen Feiertag gibt." Für sie ist der Kalender ein "sichtbares Gemeinschaftswerk" der Ulmer Religionsgemeinschaften und der Koordinierungsstelle Internationale Stadt.

Und hier zum Schluss noch die Erklärung der eingangs genannten Festtage: Mit Fronleichnam feiert die katholische Kirche zehn Tage nach Pfingsten das Hochfest des Leibes und Blutes Jesu Christi. Mit dem Reformationstag am 31. Oktobern gedenken evangelische Christen dem Beginn der Reformation in Deutschland durch Martin Luther. Mit Rosh Hashana begehen die Juden ihren Neujahrstag. Mit dem viertägigen Opferfest erinnern die Muslime an die Rettung von Abrahams Sohn Isaak. Nawruz ist das alevitische Frühjahrsfest zum Geburtstags des Heiligen Ali. Und Hanamatsuri ist das Fest der Kirschblüte zum Geburtstag Buddhas.

Info Der Kalender der Religionen 2015 kostet 5 Euro und ist ab sofort über die Gemeinden zu bekommen sowie über die Buchhandlungen Jastram, Herwig, Hugendubel und in der Wengengasse 15 und in der Koordinierungsstelle Internationale Stadt Ulm, Donaustraße 11.

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