Julia Schmidt ist die neue Miss Neu-Ulm

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Spot an! Fanfare! Wenn derart ins Horn gestoßen wird, ist mit hochrangigem Besuch zu rechnen. Im vorliegendem Fall stöckelte ein gekröntes Haupt auf die Bierzeltbühne – das leibhaftige Fräulein Deutschland: Miss Germany 2017 höchst selbst, Soraya Kohlmann. Die oberste Schärpenträgerin der Republik war aus dem fernen Sachsen nach Neu-Ulm gereist, um als Jurymitglied die künftige Miss Neu-Ulm zu küren.

Damit bei einer Miss-Wahl keine Missverständnisse aufkommen, hatte Moderator Christian Klerner einen Bildungsauftrag im Sakko. „Man muss Miss und Model trennen“, klärte er auf, dass eine Miss sich selbst zu präsentieren habe und nicht die Klamotten anderer. „Sie muss durch Charisma und Ausstrahlung mehr leisten, als ein Model.“ Und eben die Stadt vertreten, deren Name sie auf der Schärpe trägt. Vorzugsweise als Kind der Kommune, was zur Authentizität beiträgt. Was sich beim aktuellen Votum als schwierig herausgestellt hat, zumal keine einzige der Bewerberinnen aus Neu-Ulm kam. Annäherungsweise Katja Miller (22) aus Ulm, die aber in Aalen studiert. Die nächstnähere, Nina Weikmann (17), residiert in Bellenberg, was immerhin im Landkreis Neu-Ulm liegt.

Allzu groß kann die Verlockung, Neu-Ulmer Schönheitskönigin zu werden, nicht gewesen sein, denn von den zwölf angemeldeten Kandidatinnen ist die Hälfte gar nicht erschienen. „Zwei haben wegen Krankheit abgesagt, vier sind nicht gekommen“, bedauerte Christian Fischer von der „Miss Germany Corporation“. Vielleicht lag es an der Konkurrenzveranstaltung im Alb-Donau-Kreis, bei der die „Miss Ehingen“ gesucht wurde. Oder an der Vielzahl gleich gelagerter Veranstaltungen, von denen im Jahr rund 250 stattfinden.

Sind es gar die strengen Teilnahme-Voraussetzungen, an denen viele Interessentinnen scheitern? So dürfen sie keine Oben-Ohne oder sonstige Nacktaufnahmen hinter sich haben, müssen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, zwischen 16 und 28 Jahren sein, ledig und kinderlos sein. Sonst wird es nichts mit dem verheißenen „Sprungbrett ins Showgeschäft “.

Wobei der Erstkontakt mit dem Rampenlicht zum unablässigen Rundlauf auf der Bühne geriet. In schier endlosen Wiederholungen zogen die Damen ihre vorgeschriebenen Kreise, mit einer Hand in der Hüfte und dem Strahlen im Gesicht. Nur unterbrochen von den Einlassungen des Moderators, dass es auf der Bühne immer heißer werde, und den eingestreuten Verbraucherinformationen, die der Show den Hauch einer Butterfahrt verlieh.

Lautstarke Unterstützung

Was der Stimmung im Publikum keinen Abbruch tat, schon gar nicht bei der Junggesellen-Abschiedsrunde im hinteren Zeltbereich, die es an verbalem Zuspruch für den femininen Auftritt nicht fehlen ließ. Erst recht nicht, als das Sextett Bademoden zum Vortrag brachte. Auch die Jüngste im Bunde bekam von ihrem Bellenberger Anhang lautstarke Unterstützung. Sie erreichte letztlich den dritten Platz.

Die Miss Neu-Ulm 2017 kommt dagegen aus Landsberg am Lech und heißt Julia Schmidt. Die 23-jährige gelernte Bankkauffrau stählt den Geist derzeit via Fernstudium und den Körper beim klassischen Ballett, Jazz-Dance und Ski fahren. Ansonsten bleibt sie auch „gern mal daheim“ und ruht sich von ihren vielfältigen Aktivitäten aus.

Ob sie dafür künftig noch Zeit haben wird, hängt vorn ihrem Abschneiden bei der Miss-Bayern-Wahl ab, für die sich sich qualifiziert hat. Um ein strahlendes Lächeln muss sie sich jedenfalls nicht sorgen, denn als Miss Neu-Ulm hat sie unter anderem eine „professionelle Zahnreinigung“ samt Bleaching gewonnen.

Zukunft Die Miss Neu-Ulm heißt Julia Schmidt, ist 23 Jahre alt und kommt aus Landsberg. Die Bankkauffrau und Studentin ist damit qualifiziert für die Miss-Bayern-Wahl. Neben Schärpe und Krönchen erhält sie für ihren Sieg ein Medientraining, zwei Karten für den Europapark und eine Zahnreinigung samt Bleaching.

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