Handelsplattform für grüne Energieerträge

Mit einer Handelsplattform für grüne Energieerträge haben sich Murat Sahin und Torsten Blumenthal selbstständig gemacht. Inzwischen ist ein Großkonzern mit eingestiegen.

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Murat Sahin (links) und Torsten Blumenthal, die Gründer von Greenxmoney.  Foto: 

In die Energie einer Solaranlage investieren und nicht wie bislang üblich in die Solaranlage an sich – „das ist unser Ansatz.“ Murat Sahin und Torsten Blumenthal haben für den Handel mit grüner Energie vor drei Jahren eine Online-Plattform geschaffen. Die Käufer können dort Erträge von Solar- und Windanlagen erwerben, so genannte Wattpapiere. Der Verkäufer, sprich: der Eigentümer der Anlagen, findet so eine Finanzierung für seine Photovoltaikanlage, dafür tritt er für einen definierten Zeitraum die Erträge ab. „Dem Käufer gehört also eine Kilowattstunde, kein Anteil an der Anlage“, sagt Sahin.

Die beiden Geschäftsführer wollten eine größere Bürgerbeteiligung an Projekten mit erneuerbarer Energie schaffen und gleichzeitig bisherige Nachteile für die Investierenden etwa im Schadensfall verbessern. „Bei den gängigen Modellen wird der Investor im Schadensfall nachrangig behandelt, bei uns muss er nicht hinten anstehen, sondern kann seine Forderungen erstrangig stellen“, erklärt Murat Sahin.

„Angefangen haben wir am Küchentisch“, berichtet Sahin von der Anfangsphase des Unternehmens 2014. Die Photovoltaik-­Branche war ihnen bekannt. Die beiden arbeiteten bereits vor der Gründung ihrer Plattform Greenxmoney bei Phoenix Solar, einem Unternehmen das Großanlagen plant und umsetzt.

Auf der Suche nach einem Investor interessierte sich Manfred Bächler, ehemaliger Vorstand bei Phoenix Solar, für ihre Idee und stieg ein. „Damit hatten wir die Finanzierung für ein Jahr gesichert.“ Noch im selben Jahr konnten Sahin und Blumenthal einen Schweizer Unternehmer und einen Rechtsanwalt von ihrem Konzept überzeugen. „Sie stiegen ein, nachdem wir uns über sechs Monate bewiesen hatten“, berichtet Blumenthal.

Im Oktober 2014 folgte der Start. „Von da an haben wir mit realen Projekten gearbeitet.“ Anfang dieses Jahres folgte die Kooperation mit Eon. Der Energiekonzern hält seither 25,1 Prozent an Greenxmoney. „Für uns war es wichtig, dass wir weitermachen können“, sagt Blumenthal. „Das war uns wichtiger als deren Mitspracherechte.“ Für sie ergeben sich durch das Abtreten von Firmenanteilen mehr Vor- als Nachteile, sind die sie überzeugt. „Bislang hatten wir extrem hohe Marketingkosten“, berichtet Sahin. In diesem Bereich könne Greenxmoney jetzt auf den Energieriesen zurückgreifen.

Der Firmensitz des Unternehmens ist im Technologieförderungsunternehmen (TFU) im Wiley. Die Schwierigkeit: „Für Gründer sind die Mieten sehr hoch“, klagt Sahin; dafür könne die TFU nichts, es sei dennoch eine Belastung für ein junges Unternehmen. Zudem sei die digitale Infrastruktur verbesserungswürdig. „Für uns hat sich schnell die Frage gestellt, wo stellen wir unseren Server hin?“, schildert Blumenthal das Problem. Letztendlich haben sich die Gründer für einen externen Standort entschieden. „Hier war das Internet zu langsam und zu instabil.“

Als Startup-Unternehmen in Ulm hätten sich die Gründer mehr Offenheit und Transparenz gewünscht und eine Art Startup-Café. „Das müsste dann aber die TFU organisieren, ich als Startuper habe dafür nicht die Zeit und nicht den Kopf“, räumt Sahin ein. Er und sein Partner sehen sich mehr als Einzelkämpfer. „Aber es wäre super, wenn wir hier so eine Art Co-Working-Space hätten“, sagt Blumenthal, dem Zustände wie in Palo Alto in Kalifornien vorschweben. „Dort könnte man ins Gespräch kommen und sich ungezwungen austauschen.“

Die Gewinnzone hat das Startup noch nicht erreicht. „Anfang, Mitte 2019 wäre es dann schon sehr gut“, sagt Blumenthal. „Damit unsere Investoren nicht nervös werden.“ Seine goldene Regel: „Es braucht doppelt so viel Zeit und Geld, um sein Ziel zu erreichen“.

Unternehmen Drei Jahre nach ihrer Gründung erreicht die Handelsplattform eigenen Angaben zufolge mit rund 30 Projekten ein Handelsvolumen von rund einer Million Euro. Die Betreiber verdienen daran fünf Prozent. Bislang haben Geschäftsführer und Investoren rund eine Million Euro in das Projekt gesteckt. Die Gewinnschwelle hat das Unternehmen noch nicht erreicht. Momentan sind drei Mitarbeiter bei Greenxmoney beschäftigt.

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