Ein fast normales Leben mit Epilepsie

Von einem normalen Arbeitsleben können Epilepsie-Kranke oft nur träumen. Nicht, weil sie es nicht schaffen, sondern weil man sie nicht lässt.

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Sie wurde arbeitslos, als ihr Betrieb dicht machte. Kann jedem passieren. Dass sie drei Jahre später immer noch arbeitslos ist, trotz Fortbildung und vieler Bewerbungen, eher nicht. Die junge Kauffrau für Bürokommunikation führt das auf ihre Erkrankung zurück: Epilepsie. Auch wenn sie seit sechs Jahren anfallsfrei ist und sich fit fürs Berufsleben fühlt, hat sie keine Stelle erhalten.

"In den Köpfen der Arbeitgeber herrscht vermutlich das Bild, dass ein Angestellter mit Epilepsie sehr viele Fehltage hat, oft umfällt, unberechenbar ist, man ihm nichts zutrauen kann und ihn nicht so schnell wieder los wird", schreibt sie im Buch "Sag ichs oder sag ichs nicht", das der Treffpunkt für junge Menschen mit Epilepsie in Ulm herausgegeben hat. Sie hat darin unter anderen ihre Erfahrungen festgehalten. Sie ist traurig und wütend zugleich. Menschen mit Epilepsie "werden aufgrund solcher falschen Bilder in eine Schublade geschoben und einfach abgestempelt".

Um das "beinahe fast normale Leben" mit Epilepsie geht es am Samstag, 7. September, im Stadthaus. Veranstalter sind der Treffpunkt für junge Menschen mit Epilepsie und der Epilepsie-Ambulanz der Neurologischen Uniklinik Ulm. Betroffene wie die Kauffrau für Bürokommunikation lesen ihre Geschichte vor, Dr. Susanne Fauser von der Epilepsie-Ambulanz spricht über die chronische Erkrankung und psychische Auswirkungen von Ausgrenzung. Die Schauspielerin Irene Fischer, seit 27 Jahren die Anna Ziegler in der "Lindenstraße", stellt sich den Fragen von Susanne Rudolph. Fischer ist Botschafterin des Themenjahrs "Selbstbestimmt dabei. Immer", in dessen Rahmen die Veranstaltung im Stadthaus stattfindet.

Darin geht es auch um die Ausgrenzung von Menschen mit Epilepsie im Berufsleben. In einer Diskussionsrunde kommen Betroffene, Vertreter von Betrieben, der Agentur für Arbeit und der IHK miteinander ins Gespräch. Mit dabei ist auch Karla Nieraad vom Stadthaus, die kein Problem damit hat, Menschen mit Epilepsie einzustellen. Begleitend zum Info-Tag ist von 3. bis 19. September im Foyer die Ausstellung "Leben mit Epilepsie" zu sehen.

Info Der Infotag ist Samstag, 7. September, 10 bis 13 Uhr im Stadthaus.

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