Ein bisschen Spaß muss sein zur OB-Wahl

Ein Leitartikel, der sich mit den drei OB-Wahl-Kandidaten auseinandersetzte, die sich drei großer Altparteien im Rücken sicher sein dürfen, hat im Netz einen mittelleichten Proteststurm ausgelöst. "Die Partei" forderte eine Gegendarstellung, da die Namen Lisa Collins, Ivo Dommer und Anja Hirschel im Artikel unterschlagen worden waren.

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Spaßpartei sagt "Die Partei" von sich. Sie hat angekündigt, sich an der Ulmer OB-Wahl am 29. November zu beteiligen. Und das gleich spaßeshalber mit zwei Kandidaten: Mit Lisa Collins, einer 29 Jahre alten Fachinformatikerin, die anders als Ivo Dommer, 30, Lokomotivführer und Diplom-Volkswirt, in der hiesigen Politlandschaft kein unbeschriebenes Blatt ist.

Bloggerin Collins war 2013 Bundestagskandidatin der Piraten, die sie später aber verließ. Ihrer Meinung nach hatte sich die mittlerweile fast wieder in der Versenkung verschwundene Jungpartei auf Bundesebene nicht nachhaltig genug von rechtsradikalen Positionen distanziert. Jetzt also ein politischer Neuanfang in der "Die Partei".

Diese, wie gesagt, versteht Politik auch als Spaß, weshalb sie außer Collins sozusagen als Zugnummer auch den Lokführer Dommer ins Rennen um die Nachfolge Ivo Gönners schicken will. Dommers Wahlspruch lautet in Anlehnung an die auch ohne demoskopische Belege nachgewiesenermaßen hohen Popularitätswerte des Amtsinhabers: "Kein Ulm ohne Ivo!"

Der Spaß hörte für "Die Partei" allerdings an jenem Samstag auf, an dem sich die Lokalzeitung im Leitartikel mit den drei Kandidaten auseinandersetzte, die sich drei großer Altparteien im Rücken sicher sein dürfen. Auch ohne prophetische Gaben zu haben, dürfen ihnen bei der OB-Wahl höhere Chancen vorausgesagt werden als dem Duo Collins/Dommer oder auch Anja Hirschel von den Piraten.

Die Namen dieser drei waren nun in besagtem Artikel unterschlagen worden, was im Netz einen mittelleichten Proteststurm auslöste. Der Autor sah sich des Vorwurfs der Wahlbeeinflussung ausgesetzt. Und einem Gegendarstellungsbegehren durch "Die Partei". Ganz nach dem alten Schlagermotto "Ein bisschen Spaß muss sein" hieß es darin unter anderem: ",Die Partei" geht nicht mit einem weniger ernst zu nehmenden Bewerber in den Kampf um die Pfründe als Ulmer Oberbürgermeisters . . . Die Partei ,Die Partei' geht selbstverständlich mit zwei weniger ernst zu nehmenden Bewerbern in den Wahlkampf." Damit habe sie genau einen weniger ernst zu nehmenden Bewerber mehr als alle anderen Parteien. Und: "Eigentlich wollten wir sogar mit drei weniger ernst zu nehmenden Bewerbern in die OB-Wahl gehen, aber ein Bewerber nahm dies zu ernst und will erst nach der Wiedervereinigung mit Neu-Ulm OB werden."

Ehe es am 29. November ernst werden kann, hat die vollkommen spaßfreie baden-württembergische Gemeindeordnung humorlose Hürden gesetzt. Um nicht jedem, der grad lustig ist, die Kandidatur zu ermöglichen, müssen in einer so großen Stade wie Ulm auch die, die sich aus der Wahl einen Spaß machen, 150 Unterstützerunterschriften vorlegen. Ob Lisa Collins und Ivo Dommer diese Vorgabe schon erfüllt haben?

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Kommentare

05.08.2015 09:20 Uhr

Bei den Unterstützungsunterschriften...

... liegen die Kandidaten der PARTEI gleichauf mit den anderen Kandidaten.

Das dazu nötige Formular wird es erst im September geben.

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