Ein besonderes Juwel im Reformationsjahr

Junge Talente überzeugen in Gerd-Peter Mündens „Martin Luther“ im Chorraum des Münsters.

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Tolle Darsteller: „Martin Luther“ im Münster.  Foto: 

„Gottes Liebe müssen wir uns nicht verdienen. Sie ist ein Geschenk an uns.“ Als Martin Luther nach seiner Rom-Reise die Erkenntnis gewinnt, dass Gott kein strafender ist, sondern ein gnädiger, wird aus dem Mönch des Augustinerklosters der Reformator, der in Wittenberg die 95 Thesen anschlägt und Kirchengeschichte schreibt.

Als Beitrag zum diesjährigen Jubiläum „500 Jahre Reformation“ wurde  jetzt im Chor des Münsters das Kindermusical „Luther“ aufgeführt, eine Kooperation der Kinderchöre und des Jugendchors der Münsterkantorei sowie des Chors des Schubart-Gymnasiums und des Reformations-Musikanten-Ensembles, die die Geschichte Luthers überaus ansprechend und mit viel Liebe zum Detail musikalisch nacherzählten.

Ganz in der protestantischen Tradition schilderten die Beteiligten die wichtigsten Stationen aus dem Leben des Kirchendenkers: Die Verhältnisse zur Zeit der Renaissance, wie der Jurastudent Martin nach dem Blitzeinschlag gelobt Mönch zu werden, sein Hadern mit dem Ablasshandel oder seine Zeit auf der Wartburg, in der er das Neue Testament ins Deutsche übersetzt.

All die vielen Darsteller bestachen durch ihr engagiertes und lebendiges Singen und Spielen in aufwändig gestalteten Kostümen. Besonders beeindruckend in die damalige Zeit zurückversetzt wurden die Zuhörer in der Szene, in der die Chorsänger als Mönche des Augustinerklosters verkleidet im Chorgestühl gregorianische Gesänge anstimmten. Ein Moment mit Gänsehaut.

Luthers Ehefrau

Jonas Neuhäußer gab einen stimmlich und schauspielerisch höchst überzeugenden Luther, der sich am Ende mit Katharina von Bora vermählt. Gerd-Peter Münden (Musik) und Brigitte Antes (Libretto) nutzten die Figur der Katharina auch dazu, um auf die besondere Rolle von Luthers Ehefrau in der damaligen Zeit hinzuweisen – von Marcia Frank glänzend umgesetzt.

Unter der Gesamtleitung von Stephanie Dinkelaker erfreuten sich die Besucher nicht nur an den ansprechenden Melodien mit ihren lehrreichen Texten; auch gelungene musikalische Zitate untermalten die besondere Qualität des Gesamtprojekts: Luthers bekannte Lieder „Ein feste Burg ist unser Gott“ oder „Vom Himmel hoch“ durften da natürlich nicht fehlen. Fazit: ein besonderes Juwel im Reformationsjahr.

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