Ein Ausstieg der MAB heißt: Zurück auf Start

Was wäre, wenn? Was wäre, stiege die MAB als Investor der Sedelhöfe aus? Es müsste eine neue Ausschreibung angeleiert werden. Europaweit.

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Fast auf den Tag genau vor 13 Monaten hat die MAB Development, Tochterfirma der niederländischen Rabo Real Estate Group, den Zuschlag für die Realisierung des Sedelhöfe-Quartiers erhalten; durch einstimmigen Beschluss des Gemeinderates. Vorausgegangen war ein komplexes Ausschreibungsverfahren, das ein Jahr gedauert hat.

Ein solches Procedere wird neuerlich fällig, falls MAB, deren Geldgeber die niederländische Rabo-Bank ist, aus dem Projekt aussteigen sollte, sagte der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner auf Anfrage. Rein rechnerisch ergäbe sich im besten Fall daraus demnach eine Verzögerung von einem Jahr, also bis 2017, um ein neues Sedelhöfe-Konzept realisieren zu können.

Allein wegen der finanziellen Dimension des Grundstücksdeals, der dem Projekt zugrunde liegt und mit fast 20 Millionen Euro taxiert ist, würde ein europaweites Verfahren notwendig; dies in mehreren Stufen, die von einer Interessensbekundung über verbindliche Angebote und Verhandlungen bis zu den Schlussangeboten reichen. Dann müsste - was am 25. April 2012 der Fall war - der Gemeinderat entscheiden und sich auf ein in Verträge gegossenes Angebot festlegen.

Zwar ist es möglich, über weitere Planungsdetails zu verhandeln, wie es zuletzt intensiv zwischen MAB, Stadt und Einzelhandel/IHK in Fragen der Erschließung und Zugänglichkeiten der Fall war. Von einem potenziellen Investor und dessen Konzept kann sich die Stadt aber nicht mehr einfach trennen. Entsteht wegen Vertragsverletzungen oder weil - wie jetzt möglicherweise in Bälde - der Partner nicht mehr existiert, eine neue Ausgangslage, können die Pläne nicht einfach von einem Dritten übernommen werden. Vielmehr hieße es gemäß der alten Monopoly-Regel: Zurück auf Start. Im Klartext und in Bezug auf die Sedelhöfe: Es müsste eine neue Ausschreibung angestoßen werden, die jedem potenziellen Interessenten EU-weit die Chance eröffnet, ein Angebot zu offerieren.

Die Entscheidung, ob MAB das Ulmer Vorhaben weiter verfolgt, werde in den nächsten vier Wochen fallen, kündigte der Deutschlandchef der MAB Michael Flesch gegenüber unserer Zeitung an. Zu Hintergründen, warum Rabo Real Estate sich aus der Projektentwicklung im Einzelhandel verabschiedet und MAB sukzessive abwickelt, äußerte sich Flesch nicht. Schriftliche Anfragen an die Pressestellen von MAB und der Rabo Real Estate Group blieben unbeantwortet.

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