Eicheljagd im Weltraum

„Ice Age: Kollision voraus!“ ist Teil 5 der Reihe um eine menschenähnliche Tierwelt vor 20 000 Jahren. Diesmal droht die Erde zerstört zu werden.

|
Knallbunte Bilder, kreative Freiheit: Das Riesenfaultier Sid (links) und seine Kumpane stehen vor intergalaktischen Abenteuern.  Foto: 

Familienprobleme unter Mammuts, Frühlingsgefühle beim schrillen Riesenfaultier Sid, Meteoritenhagel und das drohende Ende der vertrauten Tierwelt im Eiszeitalterdurch Asteroideneinschlag: In „Ice Age: Kollision voraus!“, dem fünften Teil der weltweit erfolgreichen, computeranimierten Action-Komödienreihe, ist schwer was los – intergalaktische Abenteuer und zwischentierische Untiefen eingeschlossen.

Mit spektakulär aus den Fugen geratenden kosmischen Ereignissen sowie gewitzten Dialogen und wilder Körperkomik der liebevoll gestalteten Figuren bietet die Produktion unter Regie von Mike Thurmeier und Galen T. Chu großen und kleinen Zuschauern einmal mehr eineinhalb unterhaltsame Kinostunden.

 Allzu intensiv dürften die Eindrücke allerdings nicht herüberkommen, denn Form und Botschaft der Geschichte bleiben im Rahmen desGenre-Konventionellen. Dabei begegnet man alten Freunden, zu denen der Säbelzahntiger Diego und seine Gattin Shira oder auch dieOpossums Crash und Eddie gehören.Doch es ist ausgerechnet die Knallcharge Scrat, die das Geschehen in Gang bringt – selbstredend beim „running gag“ der seit 2002 laufenden Filmreihe, seinem ewigen Versuch, eine Eichel zu knacken. Aus Versehen landet das Rattenhörnchen im Weltraum, wo es Kettenreaktionen auslöst. Und um nicht von einem auf die Erde zurasenden Kleinplaneten erschlagen zu werden, müssen die Tiere des Urwaldes zusammenhalten und nach einem Ausweg suchen.

 Zum Retter in der Not gerät ein exzentrisches Wiesel namens Buck.Dieser optimistische Einäugige, der sich mit einer fulminant gesungenen „Figaro“-Arie in die Handlung einführt, peilt die Lagedank der Weissagungen auf einer gefundenen uralten Steintafel. Wieselflink und abenteuerreich führt er seine Gefährten durch exotische Länder mit schillernden Bewohnern an einen anderen Ort. Dorthin will er den unaufhaltsam näher kommenden Asteroiden mittels Magnetismus umleiten und somit den eigenen Lebensraum retten.

Gefahren auf dem Marsch sind bösartige Dino-Vögel, die ihre Chance auf Weltherrschaft wittern, und elektrische Stürme, die unter anderem zu einem kollektiven Bad-Hair-Day führen.

 Neben diesen Turbulenzen, die kosmisch-erdgeschichtliche Zusammenhänge in kreativer Freiheit und knallbunten, rasanten Bildern ad absurdum führen, wartet auch „Kollision voraus!“ mit stillen Momenten sowie – eher betulichen – inhaltlichen Aussagen und Familienwerten auf. So müssen die Tiere nicht nur lernen, sich auf Veränderungen in ihrer Umwelt einzustellen. Auch im Privaten heißt es für sie „Go with the flow“ (Geh‘ mit dem Fluss),  was ihnen oft schwer fällt. Das gutmütige, familienaffine Mammut Manni hat denn auch Probleme damit, dass seine Tochter Peaches flügge wird und den in seinen Augen unpassenden plüschigen Julian heiraten will. Und bei den verliebten Tigern bezweifelt Shira, jemals eine gute Mutter zu werden.

Den Vogel in puncto persönlicher Weiterentwicklung schießt allerdings der Tollpatsch Sid ab: Bei seinen romantischen Ambitionen wird er erst frustriert, dann aber mit dem Auftauchen der kapriziösen Faultierdame Brooke herausgefordert.

In der deutschen Fassung, bei der der YouTube-Star Freshtorge in einer Nebenrolle als Flugsaurier dazugekommen ist, lispelt sich einmal mehr der Komiker Otto Waalkes als Sid in die Herzen der Zuschauer. 67-Jährige empfindet die Zusammenarbeit mit Freshtorge als „Orientierungshilfe“, wie er in einem Interview äußerte. Die Beziehung zwischen den beiden sei „sehr intim“, man gebe sich gegenseitig Karrieretipps, so Waalkes. YouTube inspiriere ihn vor allem mit seinerAktualität, dem Tempo und der Auseinandersetzung mit dem Publikum. Im Abspann von „Ice Age“ darf der  Ostfriese wunderbar sehnsuchtsvoll singen: „Ich wär so gern mal verliebt“.

Ice Age – Kollision voraus!

USA 2016, 95 Min., FSK 0 Regie: Mike Thurmeier Drehbuch: Michael Berg Darsteller: Seann William Scott, Max Greenfield, Nick Offerman, Keke Palmer

Figuren aus dem Eis

Sid, das Riesenfaultier Obwohl von Haus aus ein Faultier, schafft es Sid immer wieder, sich wie ein Mammut im Porzellanladen zu verhalten. Wo er geht, steht und vor allem fällt, ist das Chaos nicht weit.

Manni, das Mammut Schwer in Ordnung. Früher ein Einzelgänger,

trottet er heute als wollhaariger Anführer von Sid, Diego und Co.

durch die Eiswüste.

Diego, der Tiger Mit scharfen Zähnen und weichem Herz schützt er die anderen nicht nur vor Fremden, sondern auch vor

seinen Artgenossen. Kämpft mit diesem Zwiespalt zwischen einer Existenz als gefräßigem Raubtier und treuherzigem Bodyguard.

Scrat, das Eichhörnchen Die Eichel, die er haben will, bekommt er nicht zu fassen - geschweige denn verbuddelt. Wer bei seinem Dauerscheitern nicht Schadenfreude empfindet, hat einen Humor aus Eis. dpa

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ratiopharm geht unruhigen Zeiten entgegen

Nach dem von Konzernmutter Teva verkündeten Sparpaket stehen aus Sicht des Managements schwere Entscheidungen an. Die IG BCE kritisiert die Massenentlassungen. weiter lesen