Echte Ohrwürmer und etwas Theorie

Mit eingängigen Titeln legte die Uni Bigband im Sauschdall los. Pralle Unterhaltung bot vor allem der zweite Teil mit lateinamerikanischen Rhythmen.

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Sauschdall - das bedeutet mehr als 50 Jahre Jazz-Tradition im Gewölbekeller, das ist auch eine stolze Historie von Avantgarde-Events, die die ehrenamtlichen Macher gestemmt haben. Am Sonntag gab's neben der alten Bundesfestung draußen viel Schnee und viele junge Leute drinnen, also wenig Platz und sehr wenig Blickkontakt zur Uni Bigband Ulm, deren Mitglieder auf der Minibühne zusammengequetscht Instrumente und Notenständer sortierten.

Nicht Avantgardistisches stand im Vordergrund, es gab echte Ohrwürmer, eingängige Klassiktitel aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts von Count Basie oder Louis Armstrong. Locker-flockig präsentiert, also cool, auch in den ersten Soli der Saxophone. Mit den Swinging Twenties hatte sich Bandleader Michael Lutzeier schnell auf die nicht allzu raschen Tempi eingestimmt. Seine launigen Moderationen boten nicht nur Infos, sondern schon mal ein Proseminar zum Thema "Was ist Dixie?" Kein Problem im studentischen Umfeld, auch wenn die Erläuterungen länger gerieten als das Stück. Dumm nur, dass der Jazz-Professor hinten kaum zu verstehen war.

Gewichtiger schien, dass Glanz und Schmelz der Blechblasinstrumente zunächst blässlich blieben, während in Ornette Colemans "Prime Time" die Sologitarre glänzte und die Band allmählich mit Dampf im Tutti überzeugte. Sängerin Lucy brachte mit weicher und tiefer Stimme neue Klangfarben, "Duet" für zwei Trompeten und ein langes Solo waren ein Highlight. Eine weitere Stunde pralle Unterhaltung nach der Pause bot Lateinamerikanisches, gestützt auf einen sattelfesten Percussionisten und einen einfühlsamen Pianisten. Dampf bei allen, bis zu den Zugaben.

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