Drogenskandal in Kempten strahlt auf Polizei in Neu-Ulm aus

Ein Ermittlungsverfahren gegen einen Kemptener Drogenfahnder hat große Auswirkungen auch auf Neu-Ulm - vor allem personeller Art.

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Die Kriminalpolizeiinspektion mit zentralen Aufgaben (KPI-Z) in Neu-Ulm bekommt einen neuen Leiter. Allerdings nur übergangsweise, so wie die Dienststelle auch die vergangenen zehn Monate schon nur übergangsweise geführt war. Denn der, der die Dienststelle zur Bekämpfung von organisierter Kriminalität seit April 2013 kommissarisch geleitet hat, wird zurückbeordert nach Kempten. Hinter dieser nüchternen Personalie verbirgt sich ein großes Problem der Polizeiführung.

Vergangene Woche ist im Allgäu der Leiter der dortigen Rauschgiftfahndung verhaftet und ins Gefängnis gebracht worden. Der Mann soll seine Ehefrau geschlagen haben, vor allem aber sind in seinem Spind am Arbeitsplatz 1,5 Kilogramm Kokain im Schwarzmarktwert von 250.000 Euro gefunden worden. Die Ermittlungen hat das Landeskriminalamt übernommen, der Verdacht auf illegale Drogengeschäfte eines Drogenfahnders wiegt schwer.

Für die in Neu-Ulm ansässige Dienststelle der KPI-Z bedeutet das Zweierlei. Zum einen der Wechsel an der Spitze, weil Kriminaldirektor Albert Müller zurück nach Kempten muss, um als Leiter die dortige Kriminalpolizei wieder auf Vordermann zu bringen. Ihn beerbt - allerdings auch nur übergangsweise - der Erste Kriminalhauptkommissar Harald Wittmann, der bisher ein Kommissariat geleitet hat.

Vor allem aber macht ein böser Verdacht die Runde, wonach der jetzt verhaftete Kemptener Drogenfahnder nicht unwesentlich an der Suspendierung zweier Neu-Ulmer Kriminalbeamten beteiligt war. Hintergrund waren Ermittlungen der Neu-Ulmer Spezialeinheit im Allgäuer Drogenmilieu, was im Übrigen zu einer langjährigen Verurteilung eines Dealers geführt hatte.

Allerdings war der Fahnder aus Neu-Ulm ein Liebesverhältnis zur Ex-Freundin des Dealers eingegangen, weshalb er wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses suspendiert wurde. Und sein Vorgesetzter gleich mit, weil der das Präsidium nicht rechtzeitig darüber informiert hatte. In Polizeikreisen wird darüber spekuliert, ob die beiden Neu-Ulmer dem Kemptner Drogenfahnder schon damals gefährlich nahe gekommen waren und einem Komplott zum Opfer gefallen sind.

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