DRK-Rettungsdienste Ulm und Heidenheim fusionieren

Die Kreisverbände Ulm und Heidenheim des Deutschen Rotes Kreuzes haben ihre Rettungsdienste fusioniert. In Ulm ändert sich darüber hinaus einiges.

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Mit der Fusion verfügt das DRK über insgesamt 21 Rettungsfahrzeuge.  Foto: 

Vom Notar ging es direkt zur Pressekonferenz: Die Kreisverbände Ulm und Heidenheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben ihre Rettungsdienste zusammengelegt und über Einzelheiten der Fusion berichtet, als die Tinte unter den Verträgen noch kaum trocken war. Die Bedeutung der Fusion beschrieb OB Gunter Czisch, der interimsmäßig dem Ulmer DRK-Kreisverband vorstand, so: „Es ist ein ganz wichtiger Schritt, der zu mehr Effizienz führt.“ Für Lorenz Menz, dem Präsidenten des DRK-Landesverbands, ist die Fusion ein „weitsichtiger Entschluss“, der beispielgebend für Baden-Württemberg sei.

In der Tat ist die Zusammenlegung des Ulmer und Heidenheimer Rettungsdienstes einmalig unter den 34 DRK-Kreisverbänden im Land. Menz nannte sie vorbildhaft: „Es muss die Linie für die Zukunft sein, die Kräfte zu bündeln.“

Beim DRK Ulm steht darüber hinaus der größte strukturelle Umbruch in der Geschichte des Kreisverbands an. Neu ist:

Rettungsdienst Die Fusion ist von langer Hand vorbereitet, denn die beiden Rettungsdienste arbeiten bereits seit zehn Jahren zusammen. „Die lange Verlobungsphase hat dazu geführt, dass es nun tatsächlich zum Ehevertrag gekommen ist“, sagte Czisch. Geschäftsführer des gemeinsamen Rettungsdienstes ist David Richter, der den Ulmer Dienst seit 1995 und den Heidenheimer seit 2006 leitet.

Albert Tränkle, Präsident des DRK Heidenheim, war vor zehn Jahren auf den damaligen Ulmer Präsidenten Götz Hartung zugekommen, um Kooperationen mit dem größeren und stärkeren Ulmer Kreisverband auszuloten. Tränkle ist überzeugt, dass die Fusion ein Erfolgsmodell wird: „Sie wird dem Rettungsdienst einen Qualitätsschub verleihen. Wir wollen den Menschen helfen, so gut es nur geht.“

Vorteile der Fusion seien eine größere Effizienz, gemeinsame Aus- und Fortbildungen, Personalaustausch und günstigere Anschaffung von Fahrzeugen, sagte Rettungsdienstleiter Richter. Werden beispielsweise gleich drei Fahrzeuge bestellt, gebe es Rabatte. Kein  kleiner Effekt bei insgesamt 61 Fahrzeugen, davon 44 in Ulm. Ein Rettungswagen, von denen das DRK insgesamt 21 betreibt, hat eine Betriebsdauer von sechs Jahren.

Das DRK schaut sich nach dieser Fusion durchaus nach weiteren Partnern um. Welche Kreisverbände in Frage kommen, wollte Czisch noch nicht verraten.

Präsidium Die Ulmer DRK-Mitglieder stellten vor ein paar Tagen die Weichen für eine neue Struktur des Kreisverbands. Sie wählten die Ulmer Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer (CDU) an die Spitze. Sie folgt auf den Ehrenvorsitzenden Götz Hartung, der das DRK 33 Jahre lang (bis 2016) geführt hatte. OB Czisch als stellvertretender Vorsitzender füllte das Interim aus.

Vorstand Als erster DRK-Kreisverband im Land hat Ulm nun einen hauptamtlichen Vorstand, auf den Haftung und Verantwortung übergehen. Bisher lag beides beim ehrenamtlichen Vorsitzenden. Ronja Kemmer hat als neue Präsidentin repräsentative Aufgaben und übt mit dem Präsidium die Aufsicht über den hauptamtlichen Vorstand aus. Die neue Struktur sei bei einem mittelständischen Betrieb wie dem DRK mit einem Jahresumsatz von 16 Millionen Euro unerlässlich, sagte Czisch. Geschäftsführer Guido Mayer geht zum Jahresende in Ruhestand, sein Nachfolger wird Eckart Fuchs.

Sozialarbeit Das DRK Ulm will seine soziale Arbeit ausbauen und manifestiert dies auch darin, indem die Psychologin Esther Heipp zur stellvertretenden Kreisvorsitzenden aufrückt. Heipp war beim DRK zuständig für die Flüchtlingssozialarbeit und baute mit ihrem Team die Angebote in Wiblingen auf. Sie sollen erweitert werden.

Rettungswachen Der neue Rettungsdienst Heidenheim-Ulm verfügt künftig über acht Rettungswachen: drei im Alb-Donau-Kreis (Ehingen, Blaubeuren, Laichingen) und zwei in Ulm (einschließlich des geplanten Neubaus an der neuen Chirurgie des Uni-Klinikums, der Ende 2017 beginnt), sowie drei im Bereich Heidenheim (Giengen, Gerstetten und Heidenheim).

Mitarbeiter Der Rettungsdienst in Ulm hat derzeit 150 Beschäftigte und 50 Helfer im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), der Dienst in Heidenheim 60 Beschäftigte und 10 FSJler.

Einsätze Im vergangenen Jahr hatten Rettungsdienst und Krankentransport in Ulm rund 40 000 Einsätze, in Heidenheim rund 20 000.

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