Drei Dinge: Zwei Spieleprofis über kleine Fluchten vom Alltag

„Neu-Ulm spielt“ heißt es am Samstag. Hartmut Witt und Susanne Hirche vom Spieleladen „Morgenland“ über das, was sie gern spielen.

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Susanne Hirche und Hartmut Witt vom Spieleladen Spielespatz  Foto: 

Drei Gründe, warum man am Samstag zu „Neu-Ulm spielt“ gehen sollte.
Weil man die Neu-Ulmer Mölkky-Meisterschaft gewinnen will, weil man die Möglichkeit hat, viele verschiedene Formen des Spielens kennenzulernen und weil es ein Erlebnis ist, wenn eine ganze Stadt spielt und bespielt wird.

Drei Stationen dort, die man unbedingt besuchen sollte.
Natürlich die Neu-Ulmer Mölkky-Meisterschaft auf dem Heiner-Metzger-Platz, das ist ein traditionelles Wurfgeschicklichkeitsspiel aus Finnland. Dann die Top 25 Brettspiele mit geübten Spielerklärern in der Ludwigstraße, aber auch Kuchen und Spiele im Café Naschkatze in der Marienstraße.

Drei Gründe, warum Spielen ein tolles Hobby ist.
Weil Spielen ein geistiger Ausgleich zum Alltag ist, weil Menschen auch nicht aufhören zu spielen, wenn sie alt werden. Aber sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen. Weil Spielen eine besondere Art der Kommunikation ist, bei der man Freunde findet.

Drei Spiele, die Sie immer wieder spielen würden.
„Yinsh“ weil man auch nach 2000 Spielen noch Neues in diesem Spiel entdeckt (Hartmut Witt). „Netrunner LCG“ weil es unendlich viele Arten gibt, dieses Spiel zu spielen (Susanne Hirche) und „Die Burgen von Burgund“ (beide). Wir spielen „BuBu“, was spielst Du?

Drei Spiele, die Sie nicht mehr spielen würden.
„Phase 10 – Das Brettspiel“ weil es einen rundenlang ohne eigenes Verschulden und irgendeine Handlungsmöglichkeit zum Zuschauen verdammt. Da geh’ ich lieber die Socken-Schublade sortieren (Susanne Hirche), „Monopoly“ weil Monopole grundsätzlich nichts Gutes sind (Hartmut Witt), „Spiel des Lebens“, weil der Sinn nur darin besteht, möglichst viel Geld zusammenzuraffen (beide).

Drei Gründe, warum Sie einen Spieleladen eröffnet haben.
Weil wir Spaß und Freude verbreiten wollen, weil wir den Spielebegeisterten der Umgebung wieder eine Anlaufstelle bieten wollen, weil wir (spiele-) verrückt sind!

Drei Gründe, warum sich der Spielefachhandel heutzutage sehr schwer tut.
Wer nur kleine Mengen einkaufen kann und Innenstadtmieten zahlen muss, kann nicht mit den Preisen der Versandhändler von der grünen Wiese mithalten. Weil die Käufer systematisch aus den Innenstädten vertrieben werden und dann statt hoher Park- und Buskosten neben dem Zeitaufwand lieber per Mausklick einkaufen. Und Weil ein kleiner Laden weder die Personal- noch die Kapitaldecke hat, auf allen Hochzeiten werbetechnisch zu tanzen.

Drei Termine oder Orte in Ulm und Neu-Ulm, wo man auf gleichgesinnte Spieler trifft.
Donnerstags ab 19 Uhr im Spielespatz in der Herdbruckerstraße 15 in Ulm, an ungeraden Donnerstagen ab 18.30 Uhr in der Übermorgenwelt im Fort Albeck, montags, ab 19 Uhr, im Spieletreff Cubus im Hexenhaus, Fort Unterer Kuhberg.

Zu den Personen
Hartmut Witt (59) ist Zimmermeister und Spieleerfinder. Er wohnt in Blaubeuren, Susanne Hirche (45) ist Rechtsanwältin. Beide betreiben seit März vergangenen Jahres in der Herdbruckerstraße in Ulm das Spielefachgeschäft Spielespatz. Witt führte zuvor zehn Jahre lang das Morgenland in der Neuen Straße. Der Spielespatz beteiligt sich am Samstag auch an „Neu-Ulm spielt“ von 11 bis 18 Uhr in der Innenstadt.

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