Drei Dinge: Ruhig Blut, Herr Gabriel

Ronja Schmitt (CDU) über Sozen, Linke und Griechen

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Ronja Schmitt: Politiker reden meistens zu viel.  Foto: 

Drei gute Ratschläge, die Sie Ihrer Parteivorsitzenden über die Sommerpause gerne mitgeben würden.

RONJA SCHMITT: Sie soll sich im wohlverdienten Urlaub gut erholen, denn sie hat in den vergangenen Monaten sehr gute Arbeit für unser Land geleistet. Falls in ihr hoffentlich der Gedanke reift, 2017 erneut als Bundeskanzlerin ins Rennen zu gehen, kann sie sich meiner Unterstützung sicher sein. Falls es ihr Zeitplan zulässt, soll sie wissen, dass wir uns im Wahlkreis Ulm sehr über ihren Besuch freuen würden.

Drei gute Ratschläge, die Sie dem Herrn Vizekanzler gerne erteilen würden.

Sigmar Gabriel soll sich ebenfalls gut erholen, schließlich hat er es mit seiner SPD nicht immer leicht. Vielleicht kommt er einfach mal zur Ruhe, damit seine Verlässlichkeit als Koalitionspartner wieder wächst. Er könnte mal mit dem SPD-Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Torsten Albig telefonieren, wegen dessen Idee, dass die SPD 2017 besser keinen Spitzenkandidaten aufstellen sollte.

Drei Themen, über die Sie im Deutschen Bundestag gerne mal eine Rede halten würden.

Darüber, warum die Wissenschaftsstadt für Ulm und die Region so wichtig ist und warum es noch viel mehr Bundesförderung für dieses Projekt benötigt. Warum wir in einem Wahlkreis mit einem Oberzentrum und vielen Kommunen im ländlichen Raum den Ausbau aller Verkehrsträger (Straße, Schiene, ÖPNV, Rad- und Wanderwege) brauchen und die einseitige ideologische grün-rote Landesverkehrspolitik bald der Vergangenheit angehören muss. Als Teil der jungen Generation Europa, profitiere ich maßgeblich von der europäischen Einigung und vom dauerhaften Frieden – darüber kann man gar nicht oft genug reden.

Drei Gründe, warum Griechenland auch das dritte Hilfspaket nicht aus der Krise helfen wird.

Schon die formalen Kriterien zur Aufnahme von Verhandlungen über Hilfen aus dem Euro-Stabilisierungsfonds sind nicht erfüllt: der griechische Anteil an der Wirtschaftsleistung der Eurozone beträgt nur 1,77 Prozent, deswegen kann von Instabilität keine Rede sein. Hilfen aus dem ESM für Griechenland setzen derzeit falsche Anreize, weil sie von der Währungs- in eine Haftungs- und schließlich eine Transferunion führen könnten. Davon profitieren dann vor allem extreme linke und rechte Strömungen in allen europäischen Ländern. Das Vertrauen in die griechische Regierung, Reformen auch wirklich nachhaltig umzusetzen, ist in den letzten Monaten immer wieder zerstört worden.

Drei Bundestagskollegen der Linkspartei, die Sie besonders schätzen.

Matthias Birkwald, Kölscher Jung und Liebhaber des Karneval. Gregor Gysi, weil er einen gewissen Unterhaltungswert mitbringt. Alexander Ulrich, meinen Kollegen im Europaausschuss, weil er immer sehr freundlich und respektvoll ist.

Drei CSU-Lieblingsprojekte, die das Bundesverfassungsgericht ruhig auch noch kippen könnte.

Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts sind zu respektieren.

Drei Vorurteile über Politiker, die stimmen.

Sie arbeiten bis in die Nacht. Sie reden zu viel. Entfällt, um Punkt zwei nicht zu bestätigen.

Drei Gründe, warum es auch nach der nächsten Bundestagswahl wieder eine große Koalition geben wird.

Die nächste Bundestagswahl ist in über zwei Jahren. Was bis dahin passiert, kann niemand voraussagen. Außerdem sollte sich Politik grundsätzlich nicht an den vermeintlichen Mehrheiten sondern an den eigenen Überzeugungen orientieren.

Drei Orte in Ulm, die Ihnen besonders gut gefallen.

Das Münster als Bürgerkirche, das auch das Selbstverständnis der Ulmer Bürgerschaft darstellt. Das Fischerviertel: Klein-Venedig. Wobei Schachtelfahrten natürlich klar schöner sind als Gondelfahrten. Das Donauufer in Neu-Ulm, von dort hat man den schönsten Blick auf die Ulmer Altstadtkulisse.

Drei Dinge, die Sie noch erreichen wollen.

Den Wahlkreis Ulm im Deutschen Bundestag nach besten Kräften zu vertreten. Die zahlreichen freiwillig und ehrenamtlich engagierten Menschen in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis zu unterstützen, die dafür sorgen, dass es hier ein so vielfältiges Vereinsleben gibt. Meinen Sommer-Urlaubsort, an dem ich in einer kurzen Woche versuche, so gut es geht zu entspannen.

Drei Berufe (außer dem der Berufspolitikerin), die Sie sich für sich vorstellen können?

Ski-Lehrerin, Spätzle-Köchin. cmy

Zur Person Ronja Schmitt (CDU), 26, ist die jüngste Abgeordnete des Deutschen Bundestags. Ende 2014 rückte sie für den plötzlich verstorbenen Abgeordneten Andreas Schockenhoff nach und übernahm aufgrund einer Personalrochade den Wahlkreis Ulm/Alb-Donau. Die gebürtige Esslingerin ist studierte Volkswirtin. Sie wohnt in Erbach.

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