Drei Bands zum Geburtstag

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Ulm 1977. Der Jazzkeller Sauschdall besteht schon seit 14 Jahren. Dort gibt es zwar Jazz- und Folkveranstaltungen. Traditioneller Oldtime Jazz, also die ursprüngliche Variante, die sich bis in die 20er Jahre hinein vor allem in New Orleans entwickelt hatte, ist aber Mangelware in Ulm. Eine einsame Bastion ist die Salmagundi Jazz Band. Und in deren Umfeld entsteht die Idee, doch etwas für diese Musik zu tun. Gedacht, getan: Am 20. Dezember 1977 ist es soweit, im Herrenkeller treffen sich etwa 20 Jazzfans und gründen den Verein zur Förderung des New Orleans Jazz.

Auch wenn es die Salmagundi Band schon längst nicht mehr gibt, einmal pro Jahr treffen sich die ehemaligen Musiker zum Jammen. Der Förderverein existiert immer noch, er hat mittlerweile rund 200 Mitglieder und feiert jetzt sein 40-jähriges Bestehen. Seit dem Jahr 2000 steht ihm Hartmut Cohrs vor. Der ist auch Musiker, spielt Kontrabass und war jahrelang in einer Schweizer Band aktiv.

400 Konzerte in 40 Jahren

Gut 400 Konzerte hat der Verein in diesen 40 Jahren veranstaltet. Eine beachtliche Zahl. Doch neben dem kulturellen Faktor für die Region ist der Verein damit auch ein Wirtschaftsfaktor: Schätzungsweise eine Million Euro hat er in diesen Jahren an die gastierenden Musiker bezahlt und so mit dafür gesorgt, dass diese Musikrichtung auf professionellem Niveau erhalten geblieben ist.

Denn Geld verdienen lässt sich mit Traditional Jazz nur sehr bedingt. Zwar gibt es die ganz großen Namen wie Chris Barber und die Dutch Swing College Band, die auch der Ulmer Verein schon im Konzert präsentiert hat, in der zweiten Reihe wird die Luft aber sehr viel dünner. „Da muss ein Musiker schon in diversen Formationen spielen, damit er davon leben kann“, sagt Cohrs.

Die Folge: Ein Veranstalter muss sich gut auskennen, um seinem Publikum immer wieder neue Besetzungen zu bieten. Die Konzertveranstalter des Ulmer Vereins kennen sich aus und investieren viel Zeit – und das alles ehrenamtlich.

Was bei so viel Engagement ein bisschen schmerzt: „Wir schaffen es kaum, jüngere Leute für Traditional Jazz zu interessieren“, sagt Cohrs. Eine gute Gelegenheit zum Reinhören bietet sich da beim Konzert zum 40-jährigen Bestehen am Samstag, 19 Uhr, im Edwin-Scharff-Haus. Da gehen mit der United Swing Band um Saxophonist Dima Spika, dem Acoustic Trio um Schlagzeuger Hans-Peter Gruber und Stützles Halbe Stompers aus Biberach gleich drei Bands auf die Bühne, die zwei Dinge vereinen. Sie haben Bezüge zur Region und bieten professionelles Niveau.

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