Drachen-Cup und Stehauf-Männchen in der Donau

Gedränge am Ufer der Donau, so hat's der Ulmer Ruderclub gerne. Nur schade, dass es erst am Sonntagmittag voll wurde, als der Donau-Cup fast gelaufen war. Doch die Standup-Paddler boten ein großes Finale.

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Die ersten Stege wurden eingesammelt, die Drachenboote mit motorisierter Hilfe in Richtung Heimathafen geschleppt, dabei war das Rennen, das den meisten Zuschauer-Zuspruch fand, noch in vollem Gange. Standup-Paddling – Männer und Frauen versuchen stehend auf einem aufgeblasenen surfboard-ähnlichen Ding vorwärts zu kommen. Sie wollen schnell sein, eine möglichst gute Figur abgeben und nicht unbedingt in die 12 Grad kühle Donau zu fallen.

Der Sieger dieses Wettbewerbs hieß am Ende Julian Titze, der sich im Finale knapp gegen Robert Reinelt durchsetzte. Doch die Vertreter des BWK-Drachenboot-Teams San-Tours, die mit vollem Körper- und Stimm-Einsatz bei der Sache waren, bekamen ihre Revanche gegen den Ruder-Nachwuchs. Philipp Stauss schaffte nicht nur als einziger den Aufsprung aufs fahrende Brett, sondern war im Extra-Rennen schneller als der Gesamtsieger. Der Lohn: 2014 spart sich die Mannschaft das Startgeld fürs Drachenboot-Rennen. Für Titze und Co. gab’s stattdessen Spanferkel und 20 Liter Getränke.

Es waren die letzten Zuckungen des 25. Ulmer Donau-Cups, der sich von zwei völlig verschiedenen Gesichtern zeigte. Schuld war – was auch sonst im Jahre 2013 – das Wetter. Bei ekligem Nieselregen am Samstag verirrte sich außer den Teilnehmern kaum jemand in die Au.

Ob’s die Neu-Ulmer Räte und Rathaus-Bediensteten wohl geahnt haben? Jedenfalls hatten sie auf das traditionsreiche Duell mit der Konkurrenz aus Ulm verzichtet. Was die nicht weiter störte, startete man eben im normalen Feld. Das Team Beamtenschweiß – selbiger floss reichlich – schlug sich wacker und hatte mit Maximilian Wigger sogar einen fast echten Hauptmann an der Trommel sitzen. Zumindest optisch war das stark siegverdächtig.

Die Wettkämpfe in den Drachenbooten gingen fast reibungslos über die Bühne. Nur einmal war ein Boot außer Rand und Band: Der Schwarzwurstexpress hatte etwas zu viel geladen, geriet etwas außer Kontrolle und touchierte kurz vor dem Ziel die Schapfenpower-Crew. Ein paar hitzige Wortgefechte folgten, doch spätestens im Festzelt waren die Gemüter wieder abgekühlt.

Als wäre nichts gewesen präsentierte sich das Wetter am Sonntag. Sonnenschein, ein leichtes Windchen, ideales Sportler-Wetter. Entsprechend gut gelaunt gingen die Teams in der Königsklasse der Drachenboote an den Start. 2000 Meter, flussauf- und abwärts mit mehreren Wenden. Eine Herausforderung für Steuerleute und Crews.

Gestartet wird beim Langstrecken-Rennen nicht gemeinsam, sondern hintereinander, damit sich die Boote nicht in die Quere kommen. Vorlegen mussten die in grün angetretenen Setrachen, seit Jahren eine der beständigsten und erfolgreichsten Crews beim Drachenboot-Cup. Nur zum Sieg auf der langen Distanz hatte es noch nie gereicht. Doch dieses Mal passten Rhythmus und Ausdauer. In 9:37,00 Minuten stellten sie eine Bestzeit auf, an der sich die anderen die Zähne ausbissen.

Die Schwabenpower-Crew machte zwar die Startvorgabe auf die Funtastics wett, am Ende fehlten jedoch sieben Sekunden zum Sieg. Dritter wurde Titelverteidiger San-Tours. Die Setrachen stehen sichtlich gut im Saft, kein Wunder, wollen sie doch auch 2013 wieder beim Monkey Jumble auf der Saar mitmachen. Dann ist die Langstrecke auch wirklich lang: Elf Kilometer sind zu bewältigen.

Alle vier Mannschaften, die im perfekten Formationsflug zurück an die Anlegestege kehrten, wurden von den Zuschauern noch einmal gefeiert. Die Sonne hatte viele Ulmer aus ihren Wohnungen getrieben, und so war die Kulisse kurz vor Schluss durchaus wettbewerbswürdig. Dass der Abschluss nicht mehr ganz so ernst geriet, störte niemand. Paddeln im Stehen – das hat man in Ulm bislang zumindest nur selten gesehen.

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