Übernahme: Donauwellen ersetzen das Wonnemar

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Der Anspruch, mit dem die Donaubad GmbH der Städte Ulm und Neu-Ulm an den Betrieb der Bade- und Eislaufanlage gehen, ist hoch: „Wir wollen familienfreundlicher werden und die Standards bei der Sauberkeit und Hygiene erhöhen.“ Das haben am Dienstag Gerhard Semler und Ralph Seiffert, die vorläufigen Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft, erklärt. Am Mittwoch ist das Bad letztmals als Wonnemar unter der Regie der Interspa geöffnet, von Donnerstag an wird es für eine umfangreiche Revision geschlossen, um nach Weihnachten wieder zu öffnen. Auf einen Termin wollen sich die Städte nicht festlegen. Was aber feststeht, ist die neue Corporate Identity des Bads, also das Erscheinungsbild, entworfen vom Burlafinger Designer Stefan Bauer.

Das neue Logo zeigt den Schriftzug DONAUBAD, mitunter auch mit dem Zusatz „unser“, und dem Flussverlauf nachempfundene Donauwellen in den Stadtfarben Blau und Weiß für Neu-Ulm und Schwarz und Weiß für Ulm. Das „unser“ sei bewusst gewählt worden, denn viele Ulmer und Neu-Ulmer, so Seiffert, würden so empfinden, dass es sich um ihr Bad handle, das sie wieder zurück erhalten. „Das haben wir aus der Bevölkerung erfahren, und das ist uns auch ganz wichtig.“ Die Donauwellen ersetzen also die strahlende Sonne im O von Wonnemar. „Bad – Sport – Freizeit“ heißt es im Untertitel statt „Lass die Wonne rein!“. Die Städte wollen als neue Betreiber ganz gezielt etwas einfacher und bodenständiger auftreten.

Bauer hat auch die neue Farbgebung und das neue Leitsystem durch die gesamte Freizeitanlage entworfen: Blau führt die Besucher demnächst ins Erlebnisbad, Grün ins Freibad, Orange in die Sauna und Türkis in die Eislaufanlage. Von Donnerstag an wird entsprechend umgerüstet.

Aber nicht nur: Vertreter der Städte, vor allem der neue Manager Jochen Weis durften sich schon seit geraumer Zeit im Bad umschauen, haben aber keine gravierenden Mängel entdeckt. Wohl aber Nachlässigkeiten des bisherigen Betreibers, die ausgemerzt werden. Mehr noch: Im Zuge der Revision wird die gesamte Filteranlage ausgetauscht, was sechsstellige Ausgaben nach sich ziehe. Wie hoch der finanzielle Aufwand dieser Revision und die Neuausrichtung samt der neuen EDV und des neuen Kassensystems wird, wollten Semler und Seiffert gestern nicht benennen.

Fest steht auch, dass die 90 Mann und Frau starke Belegschaft der Anlage komplett übernommen wird. Finanzielle Einbußen werde es für die Angestellten nicht geben, alles sei gesetzlich geregelt. Entsprechend stehe man auch in Kontakt zum Betriebsrat. Manager Weis will sogar zehn weitere Stellen schaffen. Teile der Reinigung bleiben vorläufig aber weiter outgesourct. Die Gastronomie soll mit neuem Namen „Donau Bar“, aber unter der alten Regie fortgeführt werden. Maifitness bleibt bestehen und hat in den nächsten Wochen genauso geöffnet wie die Eislaufanlage.

Was die neue Gebührenstruktur betrifft, wollen die Städte erst Mitte Dezember die Eintrittspreise vorlegen. Die Zielvorgabe, so Semler, sei klar: „Wir wollen familienfreundlicher und sozialer werden.“ Die von Wonnemar ausgegebenen Clubkarten bleiben gültig, man werde sich auch einen Ersatz für die Zeit der Schließung einfallen lassen.

Kommentar: Gut gebrüllt, Löwe!

Wir müssen den Vogel wieder zum Fliegen bringen.“ Mit diesen markanten Worten hat Gerhard Semler am Dienstag die Aufgaben der neuen Donaubad GmbH umschrieben. Man will das Bad wieder auf Vordermann bringen und verloren gegangenes Vertrauen zurück gewinnen. „Gut gebrüllt, Löwe!“, möchte man Semler entgegnen und hoffen, dass den starken Worten auch starke Taten folgen werden.

Das neue Management hat die Zeichen wohl erkannt, will mit mehr Sauberkeit und Hygiene, mit sozialen und familienfreundlichen Eintrittspreisen, auch mit einem bodenständigeren Auftreten punkten. Das ist der einzige und deshalb der richtige Weg, um die Enttäuschten wieder für die Anlage zu begeistern. Dass die Städte endlich erkannt haben, dass die Ulmer und Neu-Ulmer immer von „unserem Bad“ gesprochen haben, kommt zwar spät, aber nicht zu spät.

Und dennoch: Ulm und Neu-Ulm sind selbst in der Verantwortung. Und sie werden für diese Anlage weiter viel Geld aufbringen müssen. Der Umbau des Thermalbereichs ist auf Eis, aber nicht zu den Akten gelegt worden. Das ist vorläufig auch in Ordnung, aber das Ziel muss sein, die den Spaß suchenden Besucher von denjenigen zu trennen, die auf Entspannung und Erholung aus sind. Beides verträgt sich nicht, also ist die Trennung notwendig.

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Kommentare

30.11.2016 12:17 Uhr

Donauwellen

Ich wünsche zur Eröffnung gutes gelingen und immer volle Besucherzahlen. Macht was draus nicht so wie der vorherige Betreiber dem nur der Provit wichtig war.

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